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Verschiedene VorschlägeExperten sind sich bei Öffnung der Schulen uneinig

In ganz Europa streiten Experten über den "richtigen" Zeitpunkt für die Öffnung der Schulen und Bildungseinrichtungen. Auch in Österreich ist man bei diesem Thema geteilter Meinung.

Wann öffnen die Schulen wieder?
Wann öffnen die Schulen wieder? © (c) APA/dpa/Marijan Murat (Marijan Murat)
 

Über den "richtigen" Zeitpunkt bzw. die genaue Ausgestaltung der Öffnung der Schulen nach dem Rückgang der Zahl der Coronavirus-Infizierten sind sich Experten wie auch die Staaten uneinig. Die Vorschläge reichten zuletzt von einer baldigen Öffnung bis zum Absehen von regulärem Unterricht in diesem Schuljahr. Manche wollen die Öffnung zunächst für die Kleinsten, andere für die Ältesten.

Der Blickwinkel hängt dabei klarerweise von der jeweiligen Disziplin ab - Bildungswissenschafter beurteilen dies anders als Epidemiologen, aber auch innerhalb der einzelnen Fachrichtungen gibt es teils divergierende Ansichten. Die Vorgangsweise der einzelnen Staaten unterscheidet sich logischerweise auch je nach aktuellen Infektionszahlen.

Exemplarisch für den unterschiedlichen Umgang sind etwa in Deutschland die Stellungnahmen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie des Robert-Koch-Instituts. Erstere empfahl zuletzt, zunächst die Abschlussklassen in den Grundschulen (in Österreich: Volksschulen) sowie den Schulen der Sekundarstufe 1 (in Österreich wären das AHS-Unterstufen, Neue Mittelschulen und Sonderschulen) und dann anschließend die vorangehenden Klassen in diesen Schulen zu öffnen - die Oberstufen müssten demzufolge warten. Argument: Die Möglichkeiten des Fernunterrichts "können mit zunehmendem Alter besser genutzt werden", so die Forscher. "Deshalb ist zu empfehlen, dass eine Rückkehr zum gewohnten Unterricht in höheren Stufen des Bildungssystems später erfolgen sollte".


Anders das Robert-Koch-Institut: Die deutsche Behörde für Infektionskrankheiten mahnte zur Vorsicht und will Schulen zuerst wieder für die höheren Jahrgänge öffnen. Argument: Jugendliche könnten Abstandsregeln eher einhalten als Kinder - sie begründet ihre Stellungnahme nicht aus der bildungspolitischen, sondern der epidemiologischen Sicht.

Beide Sichtweisen mischt der Bildungswissenschafter Stefan Hopmann (Uni Wien) - allerdings mit dem Resultat, die Schulen bis zum Sommer gar nicht für den Regelbetrieb zu öffnen. Einerseits müssten Risikogruppen in den Familien geschützt werden, und andererseits sei es für die Beurteilung der Kinder ohnehin nicht nötig. Leistungen seien in diesem Schuljahr schon ausreichend erbracht worden, aufs Sitzenbleiben könne man verzichten, so Hopmann im "Kurier" (Donnerstag-Ausgabe).

Weitere Divergenz: Die Leopoldina schlug vor, sich auf die Schwerpunktfächer wie Deutsch, Mathe und Fremdsprachen zu konzentrieren und die Kinder in aufgeteilten kleineren Gruppen bis zu 15 Kindern zeitversetzt zu unterrichten. Das hält Hopmann mit Verweis auf die Schulpraxis für realitätsfremd - dazu bräuchte man wesentlich mehr Lehrer und Raum als verfügbar.


Wieder einen anderen Zugang hat der Gesundheitswissenschafter Martin Sprenger (Uni Graz). Er schlug in einem Ö1-Podcast vor, die ersten acht Schulstufen und Kindergärten testweise in drei Bundesländern (Kärnten, Steiermark, Burgenland) für zwei bis drei Wochen zu öffnen. Sollten die Infektionszahlen steigen, womit er nicht rechnet, könne man wieder auf die Bremse steigen und anderenfalls in den restlichen Ländern nachziehen. So sollen Kindern wieder soziale Kontakte ermöglicht und Eltern entlastet werden.

Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Strategien in den einzelnen Staaten: Während viele Länder derzeit ihre Schulen noch geschlossen halten, bereiten andere zumindest die Öffnung vor: Dänemark und Norwegen beginnen etwa mit den Volksschulen, Österreich startet mit Maturanten und Berufs- und BMS-Schülern im Abschlussjahr und Deutschland mit den diversen Abschlussklassen bzw. auch jenen, die im nächsten Jahr wichtige Prüfungen machen.

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pietrok5
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Freiwilligkeit

in Absprache zwischen Lehrern und Eltern: Wenn jemand seine Kinder bis zu den Ferien zuhause betreuen kann, sollte dies erlaubt werden. Für alle anderen sollte es in den Schulen Betreuung wie bisher, aber auch Unterricht geben. Ende Juni könnte es dann Leistungsfeststellungen geben, und Förderkurse im Sommer, für die, die es brauchen. Wer das nicht will, kann auch freiwillig ein Jahr wiederholen.

playgame
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Was soll diese blöde Idee

geht´s noch; sind Burgenländer, Steirer und Kärntner weniger wert als der Rest der Österreicher? - diese Intelligenz von einem Studierten, wau!
Nein, ich lasse mein Kind nicht in die Schule als Versuchskaninchen und gefährde mich und meine Familie dazu. Wofür hatten wir dann diese streng beschränkten Wochen? Zum Spaß? Wenn wir jetzt bereit sind, alles wieder möglicherweise kaputt zu machen? Wir werden doch bitte nicht zu schwächeln beginnen, weil das Leben einmal anders läuft und von uns was abverlangt!
Dieser Herr Sprenger hat anscheinend selbst keine Volksschulkinder mehr od. viell. gar keine!?

samro
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expertenrat nein danke

''Wieder einen anderen Zugang hat der Gesundheitswissenschafter Martin Sprenger (Uni Graz). Er schlug in einem Ö1-Podcast vor, die ersten acht Schulstufen und Kindergärten testweise in drei Bundesländern (Kärnten, Steiermark, Burgenland) für zwei bis drei Wochen zu öffnen.So sollen Kindern wieder soziale Kontakte ermöglicht und Eltern entlastet werden.''
steiermark topzahlen in den toten. super idee.

'' Dänemark und Norwegen beginnen etwa mit den Volksschulen'':
liveticker oesterreich:
''Bereits nach Bekanntgabe der Wiederöffnung der Schulen für Kinder bis zur 5. Schulstufe durch die Regierung Anfang vergangener Woche hatte sich in Teilen der Bevölkerung Widerstand formiert. Unter anderem gründeten Eltern eine Facebook-Gruppe mit dem Titel "Mein Kind soll nicht Versuchskaninchen für Covid-19 sein". Mittlerweile hat die Gruppe mehr als 40.200 Mitglieder.''

gibt halt auch eltern, die sich um ihre kinder und das drumherum sorgen. bravo!
daher bravo regierung:
''Österreich startet mit Maturanten und Berufs- und BMS-Schülern im Abschlussjahr ''
die schulen haben noch lange zeit.

karin666
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Kinder in einer Klasse ( VS ) oder kinder im Kindergarten

- das ist so einfach nicht umsetzbar, deshalb finde ich es gut, dass es noch Eltern gibt; die freiwillig sagen - mein Kind bleibt zu Hause.
Bravo - bitte mehr davon !!!

erstdenkendannsprechen
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das problem ist halt,

dass wir eine schulpflicht haben.
die eltern können im vorhinein protestieren, aber wenn dann beschlossen ist, dass die schulen wieder öffnen, MÜSSEN sie ihre kinder hinschicken, sonst machen sie sich strafbar.

Patriot
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Irrtum! In Österreich gibt es eine Unterrichtspflicht und keine Schulpflicht!

Wer möchte und die Voraussetzungen dafür mitbringt, kann sein/e Kind/er auch zuhause selbst unterrichten (Häuslicher Unterricht).

tenke
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Schul-wieder-eröffnung im Herbst

Trotz aller Hürden, Kritik der überforderten Eltern, und und und.. Die jetzige Situation ist eine einmalige Chance für Kinder - natürlich dem Alter entsprechend - in Selbständigkeit und Eigenverantwortung weiter zu wachsen als es ihren Eltern je gelungen ist.