Es ist kompliziert: Bei der Namensvergabe für Wettereignisse wie Hochs, Tiefs, Taifunen oder Hurricans, Stürmen oder Orkanen kommen je nach Region verschiedene Regeln und Methoden zur Anwendung.

Aktuell wird die stürmische Wetterlage in Europa in Deutschland und Österreich "Sabine" genannt, in anderen Teilen Europas jedoch "Ciara", in Skandinavien indes "Elsa". Und anfangs war sowieso von "Ruth" die Rede.

"Sabine", "Elsa" oder "Ciara"?

Seit 1954 vergibt das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. Diese Namen werden dann von den Wetterdiensten und Medien übernommen und veröffentlicht.

Seit 2002 können Interessierte Wetter-Patenschaften für Hochs und Tiefs übernehmen. Beim Instituts für Meteorologie der Freien Universität Berlin kostet ein Tief 199 Euro, ein Hoch 299 Euro (jeweils plus Mehrwertsteuer - also 236,81 Euro und 355,81 Euro). Mit den Einnahmen daraus wird  übrigens die "studentische Wetterbesprechung" finanziert.

Ob ein Tief einen männlichen oder weiblichen Namen (und bei Hochs genau umgekehrt) erhält, hängt vom Jahr ab.

Alphabetisch aufsteigend

2020 tragen die Tiefs weibliche Namen - das jetzige geht auf eine Sabine Kaufmann zurück. Die Namensgebung erfolgt überdies in alphabetisch aufsteigender Reihenfolge.

Der ebenfalls kursierende Sturmtiefname "Ciara" stammt vom Met Office, dem nationalen meteorologischen Dienst des Vereinigten Königreichs. Ihm folgen zum Beispiel auch die Behörden der Niederlande (KNMI) und Irlands (Met éireann).

Und die skandinavischen Länder haben sich laut Nikolas Zimmermann von der Unwetterzentrale (Ubimet) noch einmal auf ein eigenes Namensgebungs-Verfahren geeinigt. Hier heißt das aktuelle Tief "Elsa".

"Die deutschsprachigen Länder halten sich aber an die Namensgebung der Freien Universität Berlin", sagt Zimmermann.

Immer das gleiche Tief - namens Ruth

Alles verständlich so weit? Dann wird es jetzt noch eine Stufe komplizierter. Denn jenes Tief, das Europa dieser Tage den Sturm bringt, heißt im deutschsprachigen Raum eigentlich RUTH. "Genau genommen handelt es sich um einen einzigen, großen Tiefdruckwirbel über Nordeuropa mit mehreren Kernen", erklärt Zimmermann. Dieses Tief hieß zum Wochenende Ruth.

"Weil sich hier aber ein Randtief gebildet hat, dass für den Sturm dieser Tage verantwortlich zeichnet", hat Zimmermann eine Erklärung parat, "hat man sich in Berlin wohl dazu entschieden, dem Tief gleich einen anderen Namen zu geben." Bisweilen komme es auch vor, dass dieses Tief hinten eine Nummerierung erhält. Deshalb müsste das Tief nun streng genommen "Ruth 2" heißen.

Für die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) stellt sich die Frage  "Ciara" oder "Sabine" übrigens nicht. Man verzichtet dort auf derartige Bezeichnungen, wie mitgeteilt wurde.