Donut, Croissants, Glückskekse und sogar der anglosächsische "Apple Pie" besitzen ein eigenes Emoji. Auch die bayerische Brezen und das französische Baguette werden visualisiert. Krapfen dagegen werden mit Donuts über den Kamm geschoren. Ein Missstand, den der Wiener Traditionsbäcker Philipp Ströck kürzlich  feststellen musste, als er über sein Smartphone eine Nachricht zum Start der Krapfensaison an sein Team senden wollte. Wird das Wort Krapfen“ eingetippt, schlägt das Smartphone jedoch ein Donut-Emoji vor. Android nennt überhaupt keine Alternative. Die österreichische Bäckerei Ströck will dies nun ändern und hat ein eigenes Krapfen-Emoji entworfen. "Denn ein Krapfen ist kein Donut!", heißt es in einer Presseaussendung.

„Wir feiern heuer unser 50-jähriges Jubiläum. Seit jeher gehört der Krapfen zu den beliebtesten Produkten in unserem Sortiment. Und dann das! Diese falsche Darstellung tut dem Bäckerherz und den Millionen Krapfen-Fans weh. Nicht nur, dass der Krapfen dem Donut in sämtlichen Belangen überlegen ist und einen fixen Platz in der alpenländischen Küche hat; hier wird ein klarer Fake-Fact serviert! Denn ein Krapfen ist kein Donut!“, sagt Ströck. Deswegen soll nun ein eigenes Krapfen-Emoji her.

Die Bäckerei hat das Krapfen-Emoji bereits dem Unicode-Konsortium vorgelegt, das sich nun damit beschäftige. Das ist jene Organisation, die für eine einheitliche Kodierung bei den Symbolen sorgt. Der gemeinnützige Verein aus Kalifornien, dessen Vorstand aus Mitarbeitern großer Techfirmen besteht, kümmert sich seit 1991 um die einheitliche Textausgabe in Programmiersprachen, seit 2010 um die kleinen Piktogramme. Befürworter des Krapfen-Emojis können online die Petition unterstützen, bisher haben dies rund 24.000 Personen getan. Damit solle dem Konsortium die "Relevanz des Krapfen-Emojis" dargelegt werden. Unter dem Hashtag #KrapfenGate gibt es seitdem so einige Posts zum neuen Krapfen-Emoji.

Über 100 Millionen Krapfen (Stand: 2005) werden laut Agrarmarkt Austria (AMA) jährlich in Österreich verspeist. Mit einem durchschnittlichen Durchmesser von neun Zentimetern ergeben die Krapfen aneinander gereiht die Strecke von Wien nach Tokio (9.127 Kilometer). 50 Prozent der rot-weiß-roten Krapfen werden in der Faschingszeit genossen. Der statistische Durchschnittskonsum an Krapfen pro Österreicher liegt bei 12,5 Stück im Jahr.

„Krapfen haben nicht nur in Österreich zur Faschingszeit einen wichtigen Stellenwert, sondern auch in Teilen Deutschlands und der Schweiz. Das gab mir den Anlass, wichtige Aufklärungsarbeit für ein symbolträchtiges Kulturgut zu leisten“, zeigt sich der Impulsgeber der Initiative motiviert.