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Prozess in WienFreundin über Jahre hinweg verprügelt: neun Jahre Haft

Der mehrfach vorbestrafte Gewalttäter sagte, die Vorwürfe seien erlogen. Das Gericht sah das anders.

© APA
 

Über drei Jahre hinweg soll ein 33-jähriger Wiener seine Freundin beinahe täglich verprügelt haben. Aufgrund des gemeinsamen Sohnes ging die 26-Jährige erst im Mai 2019 zur Polizei. In seinem Prozess wegen fortgesetzter Gewaltausübung behauptete der mehrfach vorbestrafte Gewalttäter am Freitag am Landesgericht, die Vorwürfe wären erlogen. Seine Ex sei "sehr böse" und wolle ihn "loswerden". Das Gericht verurteilte ihn zu neun Jahren Haft.

Die beiden waren seit 2013 ein Paar, 2014 kam der Sohn zur Welt. Zu diesem Zeitpunkt saß der Vater im Gefängnis, nachdem er im Zuge einer Auseinandersetzung einen Widersacher mit einem Klappmesser niedergestochen hatte. Im September 2015 wurde er enthaftet und zog bei seiner Freundin ein.

Geprügelt wegen trockener Erdäpfel

Wenige Monate später soll für die Frau ein Martyrium begonnen haben. Laut Anklage schlug der 33-Jährige aus nichtigsten Anlässen auf sie ein. Als sie ihm zu trockene Erdäpfeln servierte, soll er sie beispielsweise zu Boden geprügelt haben. Tritte oder Würgen standen der Staatsanwältin zufolge ebenfalls auf der Tagesordnung. Weil sie ihrem Sohn den Vater nicht nehmen wollte, verheimlichte die Frau, die selbst ohne Vater aufgewachsen war, die Übergriffe vor ihrer Mutter und ihrer Großmutter, die sie immer wieder auf blaue Flecken und Verletzungsspuren ansprachen. Sie sei gestolpert und habe sich angeschlagen, wiegelte sie ab.

"Weil der Papa die Mama haut"

Zwischenzeitlich zog die 26-Jährige zu ihrer Großmutter, doch ihr Freund ließ nicht von ihr ab. Einmal brach er ihr laut Anklage eine Rippe, ein anderes Mal das Nasenbein. Am Ende flüchtete die Mutter mit ihrem Kind ins Frauenhaus, nachdem der Fünfjährige der Großmutter erzählt hatte, er traue sich nicht mehr heim, "weil der Papa die Mama haut".

Der Angeklagte bestritt sämtliche Vorwürfe. Er werde zu Unrecht belastet. Er sei "ein ruhiger Mensch, das habe ich in der letzten Haft gelernt". Seine Ex-Freundin sei dagegen "in einem schwierigen Alter", daher habe er sich mit ihr schwergetan: "Wir haben stundenlang gestritten. Ich war mit den Nerven am Ende. Da ist sie auf mich losgegangen." Er habe nie die Hand gegen sie gehoben, versicherte er einem Schöffensenat.

Als die Frau Anzeige erstattete, hielten die Polizisten mit ihrem Einverständnis "einen riesenblauen Fleck am Auge" (Richterin Helene Gnida) fotografisch fest. Außerdem waren Hämatome an der Schulter, an der Brust und am Hals zu sehen. Auf die Frage, wie er sich den Nasen- und Rippenbruch erkläre, behauptete der 33-Jährige: "Sie hat mit dem Kleinen gespielt und hat sich die Nase ang'haut." Und der Sohn sei beim Spielen manchmal "bei ihr angekommen".

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