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Tränen zum Life-Ball-Finale"Wir haben einen Leuchtturm der Lebensfreude gebaut"

Mit einer apokalyptischen Zirkusshow unter dem Motto "United in Diversity" mit Happy End im Land jenseits des Regenbogens verabschiedete sich Gründer Gery Keszler am Samstagabend beim letzten Life Ball im Wiener Rathaus von seinen Besuchern.

Mit Tränen in den Augen verabschiedete sich Gery Keszler von seinem Life Ball-Publikum © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Das letzte Fest des Lebens ist gefeiert: Mit einer apokalyptischen Zirkusshow unter dem Motto "United in Diversity" mit Happy End im Land jenseits des Regenbogens verabschiedete sich Gründer Gery Keszler am Samstagabend beim letzten Life Ball im Wiener Rathaus von seinen Besuchern. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sprach sich dafür aus, dass die "Idee des Life Balls" weiter bestehen muss.

Gegen die Stille der Arroganz

"Der Life Ball ist eine Erfindung von so vielen Herzen", sagte Keszler in seiner tränenerstickter Rede. Das Event sei "gegen die Stille der Arroganz ein Chor der Lebendigkeit. "Wir haben einen Leuchtturm der Lebensfreude gebaut." Keszler versprach: "Wir werden uns hier, am Wiener Rathausplatz, wiedersehen: wenn es das Ende von Aids zu feiern gibt. Das Leben darf siegen."

Life Ball: Das letzte Fest des Lebens ist eröffnet worden

Der Auftakt der Abschiedsshow war dunkel: Nach der Verzweiflungs-Arie Bajazzo aus "I Pagliacci" gesungen von Piotr Beczala zog eine Gruppe von Horrorclowns, Freaks und Zirkusartisten gemeinsam mit den Debütanten mit Clownsköpfen über den Roten Teppich in Richtung Bühne. Begleitet wurden sie von Conchita Wurst in einer Rocky-Horror-Picture-Show-Variante eines Zirkusdirektors - samt Tiefschutz mit Nieten. "Ja, die menschliche Spezies treibt wunderbare Blüten. Sehen Sie das Leben in all seiner Pracht", begrüßte der Direktor die Gäste.

Wir werden uns hier, am Wiener Rathausplatz, wiedersehen: wenn es das Ende von Aids zu feiern gibt. Das Leben darf siegen

Gery Keszler

Kurzer Stromausfall

Nach einem kurzen Stromausfall änderte sich die Stimmung: Nachdem Keala Settle mit der Outcast-Hymne "This is me" noch einmal die Botschaft von Toleranz und Gleichberechtigung in die Menge geschrien hat, erinnerte der Life Ball an die Stonewall-Aufstände in New York , den Startpunkt der Lesben- und Schwulenbewegung vor 50 Jahren. Dann dominierten die Regenbogenfarben den Abend - auch da in Wien derzeit EuroPride, das größte Event der europäischen LGBTIQ-Community, stattfindet.

Bürgermeister Michael Ludwig würdigte dann das bis "zur Selbstaufgabe" gehendes Engagement von Life Ball-Gründer Keszler. "Ich bin stolz Bürgermeister einer Stadt zu sein, in der ein Viertel Jahrhundert der Life Ball stattgefunden hat", sagte der Bürgermeister. Der Ball habe 30 Millionen Euro gesammelt und dafür gesorgt, dass "hunderttaussende Menschen die Krankheit nie erleiden mussten". Daher will Ludwig die Veranstaltung auch nicht aufgeben: "Ich bin ganz sicher, die Idee des Life Balls muss weiter bestehen, weil wir den Life Ball brauchen auch in Zukunft. Ich bin bereit dazu, der Life Ball muss weitergehen".

Die Reise setzte sich dann im Land hinter dem Regenbogen fort, wo jeder Leben kann wie er will. Hier traten auch die Stargäste Katie Holmes, Dianne Brill, der Muse von Künstler Andy Warhol, sowie der Tänzern Dita von Teese ihre Auftritte. Holmes kam in ihrer Rolle als amfAR-Botschafterin (The Foundation for Aids Research, Anm.) zum Ball. Sie bedankte sich für das "viele Geld", das die Organisation vom Life Ball bekommen hat, womit vor allem von Aids betroffenen Kinder profitiert hätten. Man müsse nun zusammenhalten, bis die "Geisel Aids" besiegt ist. Den Abschluss fand Jungdesigner Christian Cowan mit seiner sehr 1980er-Jahre lastigen Modeschau in Neon, Glitzer und Transparenz, der etwa die treue Life Ball-Besucherin Dagmar Koller in knallendem Grün kleidete.

Manege frei für den letzten Life Ball: Buntes Treiben auf dem Red Carpet

Paradiesvögel, Promis und Selbstdarsteller

Für Paradiesvögel, Promis und Selbstdarstellern bot der Life Ball noch einmal eine große Bühne. Dass es die finale Show war, trübte die Stimmung natürlich ein wenig - doch viele Besucher waren sich sicher, dass der Life Ball weitergehen wird.

Viele Besucher ließen sich bei ihrer Verkleidung vom "Zirkus-Motto" inspirieren: Der Rote Teppich hin zum Rathaus war bald von Horrorclowns, sexy Artisten, strengen Direktoren und aufreizenden Tierchen - mitunter auch an der Leine - bevölkert. "Es ist eine Schande, dass es zu Ende geht", brachte es Roncalli-Chef Bernhard Paul auf den Punkt. Seine Tochter Vivi, die am Abend noch am Trapez schwang, beteuerte auch: "Wenn es wieder einen Life Ball gibt, bin ich die erste, die dabei ist".

Conchita will nicht übernehmen

Über den Roten Teppich stolzierte auch Conchita Wurst, die später als Zirkusdirektor durch den Abend führte. Sie räumte mit dem Gerücht auf, dass sie vielleicht den Life Ball übernehmen würde. "Wir haben im Spaß darüber geredet", aber auf die Frage, ob sie die Organisation übernehmen würde, meinte sie definitiv: "Nein!", sagte sie der APA. Aber natürlich bedauerte sie, dass zahlreiche Aids-Organisationen nun weniger Mittel zu Verfügung haben.

Vor dem Einlass fand wie üblich die "Life+ Solidarity Gala" statt, bei der wertvolle Objekte rund um den Life Ball versteigert werden. Stargast Katie Holmes nahm ebenso daran teil, wie Schauspielerin Nastassja Kinski. Lindsay Lohan hatte ihren Auftritt kurzfristig abgesagt.

Neben den Superstars kamen vor allem viele Stammgäste wie Uwe Kröger, Chris Lohner oder Dagmar Koller, um dem Ball Adieu zu sagen. Schlechte Neuigkeiten hatte Astrologin Gerda Rogers parat: "Die Sterne sagen, es ist der letzte Life Ball. Gery Keszler ist ein Löwenmann und wenn der etwas sagt, dann bleibt das auch so".

Life-Ball: Atemberaubende finale Eröffnung

Das letzte Fest des Lebens ist gefeiert: Mit einer apokalyptischen Zirkusshow unter dem Motto "United in Diversity" mit Happy End im Land jenseits des Regenbogens ging der vorläufig letzte Life Ball im Wiener Rathaus über die Bühne.

Der 26. Life Ball startete mit Pauken und Trompeten.

Eine Gruppe von Horrorclowns, Freaks und Zirkusartisten zog gemeinsam mit den Debütanten mit Clownsköpfen über den Roten Teppich in Richtung Bühne.

(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Clowns à la Stephen King

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Keala Settle gab die Outcast-Hymne "This is me" zum Besten

Ein weiterer 'Horror-Clown'

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Conchita Wurst ..

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..als Zirkusdirektor

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Einzug der Zirkusakrobaten und Freaks.

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Akroboten-Show im Rahmen der Eröffnung

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Buntes Treiben auf der Bühne

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Der britisch-US-amerikanischer Schauspieler Allan Cumming mit seiner Darbietung

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Auch Andy Warhol-Muse Dianne Brille führt neben Conchita Wurst durch den Abend. 

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Ludwig lobt die "Veranstaltung der Lebensfreude". Er betont die Wichtigkeit des Kampfes gegen die Krankheit AIDS. Der Life Ball sei ein Statement der Toleranz.

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"Wir haben ein Recht, unsere Liebe zu gestalten, wie wir wollen", sagt Ludwig. Vor allem Wien sei eine Stadt der Liebe.

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Tom Neuwirth, der eigentlich als Zirkusdirektor durch den Abend führt, als WURST mit dem Song "Hit Me" auf der Bühne. 

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Eine Drag Queens-Darbietung

Wandlungsfähige Conchita...

...in mehreren Kostümen

Hollywoodstar Katie Holmes wirbt auf der Bühne für den guten Zweck

Die Wiener Comedian Harmonists bei der Darbietung 'Roter Mohn'

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Artistin des Roncalli-Zirkus

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Der britische Sänger Ronan Parke (Mitte)

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Darbietung ' The Blue Gay Ballroom'

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Hans Georg Heinke, einer der Debütanten am Ball

Der sichtlich gerührte Ball-Organisator Gery Keszler

Die dänische Sängerin Aura Dione

Schrill gekleidet: Dagmar Koller

Dita von Teese

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Life-Ball: Manege frei!

Zahlreiche Paradiesvögel, Promis und Selbstdarsteller ließen sich den letzten Life Ball im Wiener Rathaus nicht entgehen. Zaungästen bot sich ein buntes Bild an Kostümen.

(c) EXPA/ Florian Schroetter (EXPA/ Florian Schroetter)

Dirk Heidemann

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Roncalli-Zirkusdirektor Bernhard Paul (Mitte)

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Carmen Carrera

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Alan Cumming

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Conchita Wurst

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Diane Brill

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Alaska Thunderfuck

Julian Stoeckl, Jasmin Petty, Alfons Haider

Alfons Haider interviewte für den ORF am Roten Teppich

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Der frühere MTV - Vorstand Bill Roedy und Alex Roedy. 

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Die frühere Opernball-Organisatorin Elisabeth Gürtler mit Sohn und einem Clown. 

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Die deutsche Schauspielerin Nastassja Kinski und Life Ball Organisator Gery Keszler. 

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Der Sänger Cesar Sampson, der Österreich im Jahr 2018 beim Eurovision Song Contest in Lissabon vertrat.

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Life Ball Organisator Gery Keszler (links) und der Direktor des Circus Roncalli, Bernhard Paul. 

(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Alfons Haider beim Interview eines Ballbesuchers

Alfons Haider mit Sandra König

Alice Tumler und Peter Schneeberger führten Interviews mit Stargästen

Alice Tumler mit Katie Holmes

Dirk Heidemann, Cesar Sampson, Alfons Haider

Kiko Marie, Uwe Kroeger

Amanda Lepore

Ralf Morgenstern, Marco Gulino

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Life Ball: Die vielen Gesichter der Conchita Wurst

Conchita Wurst begrüßte in einer Rocky-Horror-Picture-Show-Variante eines Zirkusdirektors - samt Tiefschutz mit Nieten - die Gäste des 26.  Life Balls.

"Ja, die menschliche Spezies treibt wunderbare Blüten. Sehen Sie das Leben in all seiner Pracht", begrüßte der Direktor die Gäste.

(c) ORF (Roman Zach-Kiesling)

"Echte Magie, ist der Glaube, dass in allen Dingen Kräfte wohnen, derer wir uns bedienen könnten, wenn wir nur die richtigen Mittel hätten, wie zum Beispiel diese roten Schuhe", erklärte Wurst alias der Zirkusdirektor. 

Der Steirer Tom Neuwirth überzeugte nicht nur als Moderator und gab Einblicke in sein schauspielerisches Talent.

Conchita schlüpfte während der Eröffnung nicht nur in zahlreiche Roben...

... und auch Rollen.

Auch als Sänger/in gab es einen Auftritt.

Im Netz bekam Conchita Wurst viel Lob für ihre Wandelbarkeit und Schauspielkünste.

Mit dem Gerücht, dass sie vielleicht den Life Ball übernehmen würde, räumte Conchita am Samstagabend auf. 

 

"Wir haben im Spaß darüber geredet", aber auf die Frage, ob sie die Organisation übernehmen würde, meinte sie definitiv: "Nein!"

Auch sie bedauerte, dass zahlreiche Aids-Organisationen nun weniger Mittel zu Verfügung haben.

Am Roten Teppich im femininen Look mit Federn im Haar.

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Kommentare (1)

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redniwo
8
21
Lesenswert?

hoffentlich

Kann man nur hoffen, dass dieses Spektakel der Geld und Energieverschwendung tatsächlich nicht mehr stattfinden wird.
Wenn jede Geldsammel Aktion ( Licht ins Dunkel, Nachbar in Not, Dreikönigsaktion etc. ) so viel Geld ausgäbe für Selbstdarstellung, bliebe nichts übrig für den Zweck.

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