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Gefahr in Schnitzel und Co. Antibiotikaresistente Keime in jeder dritten Probe Schweinefleisch

"Wer mit belastetem Schweinefleisch kocht, läuft Gefahr mit den resistenten Keimen in Berührung zu kommen. Im schlimmsten Fall kann das eine schwere Erkrankung nach sich ziehen", warnt Umweltmediziner Hans-Peter Hutter.

Schweinefleisch oft mit antibiotikaresistenten Keimen © Yvonne Weis - stock.adobe.com
 

Ein von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) im Auftrag von Greenpeace durchgeführter Test hat ergeben, dass jede dritte Probe mit antibiotikaresistenten Keimen belastet war. Die Ursache dafür liegt laut einer Aussendung der Umweltorganisation vom Dienstag in der Massentierhaltung.

Gerade Schweinen werde übermäßig viel Antibiotikum verabreicht, so Greenpeace. So würden sich die Keime gegen die Medikamente abhärten und zur gesundheitlichen Bedrohung für uns Menschen werden. Die NGO forderte vom Gesundheitsministerium daher einen ambitionierten und verbindlichen Plan für die Reduktion von Antibiotika in der Nutztierhaltung.

14 Proben analysiert

"Mit dem belasteten Fleisch holen wir uns diese gefährlichen Keime bis zu uns nach Hause", sagte Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich. 14 Proben - Schnitzel, Faschiertes, Wangerl und Koteletts wurden analysiert, zehn aus österreichischen Supermärkten und vier aus dem Großhandel. Insgesamt waren fünf davon mit den gesundheitsgefährdenden Keimen MRSA oder ESBL-bildende E. coli belastet. Auf zwei Fleischstücken wurden sogar beide Erreger nachgewiesen.

Bei der Massentierhaltung würden Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht, stehen auf unnatürlichen Böden und fügen einander Wunden zu. Diese Bedingungen würden die Tiere häufig krank machen - dementsprechend hoch sei der Antibiotikaeinsatz, gerade in der Schweinemast. Rund 74 Prozent aller Antibiotika in der österreichischen Nutztierhaltung werden laut Greenpeace Schweinen verabreicht.

"Post-Antibiotika-Zeitalter" droht

Die Weltgesundheitsorganisation warne seit Jahren vor einem drohenden 'Post-Antibiotika-Zeitalter', wenn der übermäßige Einsatz von Antibiotika sowohl in der Tierhaltung als auch beim Menschen nicht drastisch reduziert werde. Allein in der EU sterben jährlich schon jetzt rund 33.000 Menschen an antibiotikaresistenten Keimen, so Greenpeace. "Das zuständige Gesundheitsministerium darf diese drohende Gesundheitskrise nicht weiter ignorieren. Es muss endlich einen ambitionierten und verbindlichen Antibiotika-Reduktionsplan in der Nutztierhaltung auf den Weg bringen", forderte Theissing-Matei. Dafür brauche es vor allem bessere Tierhaltungsbedingungen, so Greenpeace. Zudem müssten die österreichischen Bäuerinnen und Bauern bei dem Umstieg auf eine bessere Tierhaltung unterstützt werden.

Zweifellos sind die Testergebnisse ein Alarmsignal. Immerhin handelt es sich bei den nachgewiesenen Keimen um wichtige humanpathogene Erreger, die oftmals die Ursache von höchst problematischen Krankenhausinfektionen sind

Umweltmediziner Hans-Peter Hutter

Auch Umweltmediziner Hans-Peter Hutter, Sprecher der Ärzte für eine gesunde Umwelt, warnte: "Zweifellos sind die Testergebnisse ein Alarmsignal. Immerhin handelt es sich bei den nachgewiesenen Keimen um wichtige humanpathogene Erreger, die oftmals die Ursache von höchst problematischen Krankenhausinfektionen sind." Konsumenten riet Greenpeace zu einer guten Küchenhygiene. "Wer mit belastetem Schweinefleisch kocht, läuft Gefahr mit den resistenten Keimen in Berührung zu kommen. Im schlimmsten Fall kann das eine schwere Erkrankung nach sich ziehen", warnte Theissing-Matei. Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch sollte man sich daher immer gründlich die Hände waschen und die Kochutensilien säubern. Das Fleisch sollte außerdem immer gut durchgebraten werden. Beim Kauf empfahl Greenpeace, Bio-Fleisch zu wählen.

Kommentare (19)

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vm2701
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Gut zu wissen wo´s herkommt :-)

Vielleicht sollte man sich überlegen wo man das Fleisch kauft, beim nahegelegenen Bauern ist es bestimmt besser als beim Diskounter....
Nur leider "muss" es für die meisten Menschen immer billig sein, da keiner für Qualität etwas bezahlen will!!

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ugglan
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Nur

mehr mit Schutzkleidung und Gummihandschuhen in der Küche kochen? Werdet Vegetarier - ihr tut auch den Tieren damit nur Gutes!

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stadtkater
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In China gibt es gerade 150 Millionen tote Tiere

wegen der Schweinepest. Dort könnten wir doch unser Keime-Schweinefleisch exportieren um auch einmal Waren in die Gegenrichtung zu transportieren.

Aber eine Preiserhöhung zeichnet sich jetzt aber trotzdem ab:-(!

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brosinor
3
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Für solche wichtigen Themen ist in der Politik keine Zeit vorhanden

Jetzt hamma a Zeitlang Regierungsumbildung, dann simma wieder im Wahlkampfmodus, dann wird monatelang um die Zusammensetzung der Regierung verhandelt und so gehts dahin bis Krumpifuffzig.
Kein Wunder dass nirgendwo echt was weiter geht. Pfui!

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mahoni1970
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Die Natur schlägt zurück...

...Es ist nur gerecht, nachdem was die Menschen den Tieren antun.

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47er
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Ich muss immer wieder lächeln, wenn gegen Mittag bei einem Möbelhaus mit Restaurant

der Parkplatz gefüllt ist mit SUV's und viel ähnlichen Fahrzeugen.

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frikazoid
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Die Gier ist das größte Übel.

Das ist schon fahrlässige Körperverletzung, was die Regierungen hier machen wenn sie nichts dagegen unternehmen. Aber die Gewinne der Industrie sind wichtiger als die Weltgesundheit. Der Kurz wollte das Wirtschaftswachstum ja gleich in die Verfassung schreiben. Wachstum gibts eben nur auf dem Rücken der anderen, entweder der Umwelt , der Arbeiter oder anderer Volkswirtschaften.

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housewive
2
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Mittlerweile ...

... sterben bereits mehr Menschen an multiresistenten Keimen als Frauen an Brustkrebs.
Kein Wunder, wenn noch wirksame Antibiotika an Tiere verfüttert werden um die Massentierhaltung aufrecht zu erhalten. Offentlichlich läßt sich bei der Tierlobby bezüglich Antibiotika mehr verdienen, als diese Wirkstoffe für die Menschen zu verwenden.

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Ichweissetwas
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Am Besten für alle,

so wenig Fleisch zu essen, wie möglich! Und wenn, dann nur in ausgesuchter, sehr guter Bio-Haltung!

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mahoni1970
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Wie wäre es mit

gar keinem Fleisch? Ein bisschen morden ist auch morden.

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hermannsteinacher
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Statt Schweinefleisch

Meerschweinchenfleisch!

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tomtitan
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Ja, das ist lecker - schmeckt

ein bisschen wie Hühnchen ;-)))

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notokey
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"Geiz...

...ist halt geil!" Und das ist das Ergebnis davon! Wenn man nur das einkauft was man braucht ist auch Bio nicht teuer.

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alsoalso
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Darum BIO

Lang belächelt.....jetzt bestätigt

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mahoni1970
2
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Und die...

...Bio-Tiere gehen durch die gleiche Schlachthofhölle wie die konventionell gemarterten.

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perplesso
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Weit sind wir durch den massenweisen Einsatz von Antibiotika gekommen.

Wer verantwortet das ?
Das Lsndwirtschaftsministerium?
Das Gesundheitsministerium,
Wer sonst ?

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tomtitan
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DIE

EU !!!

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Gotti1958
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Verantwortung

Diese liegt allein beim Kunden.

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brosinor
2
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Und dem ist ziemlich alles wurscht

Also no hope friends and neighbors

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