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Helfer gefordertKein Ende des Regens im Bezirk Neunkirchen

Die Unwetter in Niederösterreich haben am Dienstag im Bezirk Neunkirchen einen Rekordregen gebracht. Die Situation bleibt weiter angespannt.

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Weite Teile des Bezirks Neunkirchen sind Feuerwehrangaben zufolge auch am Mittwochnachmittag von massiven Starkregenfällen und Unwettern heimgesucht worden. Zu den bereits am Vortag betroffenen Gemeinden kamen dadurch Natschbach-Loipersbach und Wartmannstetten hinzu, berichtete das Bezirkskommando. Am frühen Abend standen noch 38 Feuerwehren mit rund 400 Mann im Einsatz.

Lokale Überflutungen und die Gefahr überlaufender Gewässer forderten abermals die Helfer, hieß es in einer Zwischenbilanz. In Ternitz und Pitten wurden für alle Einsatzstellen im Bezirk unzählige Sandsäcke befüllt und bereitgestellt. 3.500 waren es bereits am Dienstag gewesen. Anhaltende Niederschläge könnten zu stetig steigenden Pegelständen der Pitten und deren Zubringer und somit unweigerlich zu weiteren Problemen führen, teilte das Bezirksfeuerwehrkommando mit.

 

Neuer Höchstwert

116 Millimeter Regen an einem Tag sind ein neuer Höchstwert für Puchberg am Schneeberg (bisher: 102 mm vom 5. September 2007), berichtete die ZAMG am Mittwoch. Mit einer Wetter-Entspannung sei erst ab Donnerstag zu rechnen. 

Als angespannt hat Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) am Mittwochnachmittag die Situation nach dem Unwetter vom Vortag in Neunkirchen bezeichnet. Er hatte sich zuvor selbst ein Bild von der Lage gemacht.

 

Aufräumarbeiten nach den Unwettern

Pernkopf teilte mit, dass die Aufräumarbeiten voran gingen, jedoch wieder intensiver Regen eingesetzt habe. Für die kommenden Stunden könnte das neuerlich eine schwierige Situation bedeuten. Wenn Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber zusätzliche Kräfte benötige, solle er jedenfalls den Katastrophenhilfsdienst anfordern, sagte der LH-Stellvertreter.

Im Osten und Süden des Landes können sich wieder schwere Gewitter bilden, mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. "An der Nordseite der Alpen - vor allem vom Bregenzerwald über das Salzkammergut bis hin zum Mostviertel und ins Mariazellergebiet - sind nicht Gewitter das Problem, sondern starker Dauerregen. Hier regnet es größtenteils bis in die Nacht hinein ohne Pause", informierten die Meteorologen. Muren und kleinräumige Überschwemmungen sind möglich.

Nach Unwetter: Überschwemmungen im Bezirk Neunkirchen

 

Auch Donnerstag noch Regen

Am Donnerstag regnet es laut Prognose noch zeitweise, im Laufe des Tages lockern die Wolken dann etwas auf, die Sonne kann hervorkommen. Es wird nicht mehr so warm wie in den vergangenen Tagen, mit Höchstwerten von 16 bis 22 Grad. Der Freitag bringt 20 bis 25 Grad und eine Mischung aus Sonne und Wolken. Vereinzelt können am Nachmittag Regenschauer entstehen, besonders im Bergland. Am Wochenende wird es mit 22 bis 28 Grad wieder etwas wärmer. Am Samstag ist es in der Westhälfte Österreichs überwiegend sonnig und in der Osthälfte wechselhaft mit gewittrigen Regenschauern. Der Sonntag dürfte überall unbeständiger verlaufen: Zeitweise zeigt sich zwar die Sonne, aber auch Regenschauer und Gewitter können entstehen.

Niederösterreich: Bezirk Neunkirchen zum Katastrophengebiet erklärt

Unwetter brachten in Niederösterreich Starkregen, Sturm und Hagel mit sich. Der Bezirk Neunkirchen wurde zum Katastrophengebiet erklärt.

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Die mächtigen Gewitter, die über die Bezirke Neunkirchen, Wiener Neustadt, Krems, Zwettl, Gmünd und Waidhofen a.d. Thaya gezogen waren, führten zu 350 Feuerwehreinsätzen, die 1.100 Mitglieder auf Trab hielten.

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Insgesamt wurden in den Unwetterregionen 120 Keller und Häuser teilweise bis zu einem Meter hoch überflutet.

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Nachdem eine ersten Gewitterzelle am Nachmittag bereits enormen Schaden im Bezirk Neunkirchen angerichtet hatte, zog gegen 20.00 Uhr eine zweite Front über die Region und sorgte wiederum für weiträumige Überflutungen, wobei auch mehrere Bäche und Flüsse über die Ufer traten.

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Verletzte waren nicht zu beklagen.

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Um bedrohte Objekte zu schützen, wurden Tausende Sandsäcke bereitgestellt. Zudem wurden zwölf Großpumpen in Stellung gebracht, mit denen pro Stunde bis zu 900.000 Wasser abgepumpt werden konnten.

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Ein Großteil des Regens kam am Dienstag innerhalb von wenigen Stunden zusammen. So regnete es in Puchberg in rund drei Stunden 103 Millimeter (insgesamt am Tag 116). Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Juni regnet es in Puchberg im gesamten Monat 120 Millimeter.

An der Wetterstation der ZAMG auf der Rax (1.547 Meter Seehöhe) wurden am Dienstag 102 Millimeter Regen gemessen. Das ist hier der zweithöchste Wert der Messgeschichte (Rekord: 112 Millimeter am 23. Juli 2008). Auch auf der Rax kam am Dienstag der Großteil des Regens innerhalb kurzer Zeit zusammen: In nur vier Stunden schüttete es 83 Millimeter. Der österreichweite Rekord im Messnetz der ZAMG für die Regenmenge innerhalb eines Tages liegt bei 233 Millimeter am Loiblpass (Kärnten, 1.097 Meter Seehöhe), gemessen am 4. September 2009.

 Die Unwetter brachten stellenweise auch heftige Windböen, die stärkste wurde am Dienstag mit 116 km/h am Sonnwendstein (1.500 Meter Seehöhe) im Semmering-Gebiet gemessen.

Aufnahmefähigkeit der Böden sehr unterschiedlich 

Böden gelten nicht zu Unrecht als Regenspeicher, doch das hängt stark von ihrer Beschaffenheit ab. Der Bezirk Neunkirchen, der am Dienstagnachmittag und -abend teilweise schwer von Unwettern getroffen wurde, ist ein gutes Beispiel, wie aus einem Gespräch der APA mit Johannes Hübl vom Institut für Alpine Naturgefahren der Universität für Bodenkultur am Mittwoch deutlich wurde.

Denn nordöstlich der Bezirkshauptstadt gehören noch einige Gemeinden des Steinfeldes dazu. Dort ist der Name auch Programm für die Bodenbeschaffenheit, und da kann Wasser leichter abfließen. In der Buckligen Welt sind laut Hübl dichte Böden vorherrschend, "und da dringt das Wasser nicht so schnell ein", sagte der Forscher.

Die Bucklige Welt ist auch "allbekannt als Hotspot für Unwetter", erläuterte Hübl. Immer wieder gibt es schwere Niederschläge. Das Wasser rinnt dann oberflächlich ab und sammelt sich in Senken. Auch das dichte Wegenetz und die Landwirtschaft spielen dabei eine Rolle. Wälder nehmen Wasser besser auf.

"Das Wasser sucht sich seine eigenen Wege", betonte Hübl. Nicht zuletzt sei die ungenügende Vorbereitung der Anrainer auf extreme Wetterereignisse ein Problem. "Wenn man ihnen sagt, sorgt selber vor, hört man, dass da die letzten zehn Jahre nichts war, warum soll also die nächsten zehn Jahre etwas sein."

Grundsätzlich ist zu bedenken, dass die Niederschläge nicht automatisch eins zu eins versickern. Etwa die Hälfte verdunstet, die andere Hälfte geht in den Boden. Zu bedenken sind aber auch steigende Grundwasserspiegel, die Wasser in Keller drücken oder die Pegel von Flüssen steigen lassen.

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