StrenggläubigMesser-Angreifer sympathisierte mit politischem Islam

Berufssoldat erschoss nach Einsatz von Pfefferspray einen 26-jährigen Angreifer - dieser fiel schon in seiner Bundesheerzeit als streng religiös auf und hatte Tendenzen zum politischen Islam. Bundesheer soll jetzt ohne Uniform auftreten.

© (c) APA/HANS PUNZ
 

Der Mann, der in der Nacht auf Montag mit einem Messer einen Wachsoldaten vor der Residenz des iranischen Botschafters in Wien-Hietzing attackiert hat und von diesem erschossen worden ist, hegte Sympathie für den politischen Islam. Das sagte die Generaldirektorin für die Öffentliche Sicherheit, Michaela Kardeis, am Dienstag. Es sei aber zu früh, daraus auf das Motiv zu schließen.

Die Auswertung des bei der Durchsuchung der Wohnung des Messerangreifers sichergestellten Materials werde noch ein paar Tage in Anspruch nehmen, sagte Kardeis bei einer Pressekonferenz. Es gehe in erster Linie darum, die "Social-Media-Kommunikation" des Mannes zu "filtern". Derzeit lasse sich sagen, dass "er eindeutig Sympathie für den politischen Islam hatte".

Das bestätigte auch der Wiener Polizeisprecher Harald Sörös unter Berufung auf die Ermittler des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Die Polizei wollte sich aber noch nicht darauf festlegen, ob diese Sympathie Rückschlüsse auf das Tatmotiv zulässt. Denn man fand zwar unter anderem auf seiner Facebook-Präsenz Material, das seine Affinität für den politischen Islam belegt. "Aber sein Facebook-Profil ist seit 2006 nicht mehr wirklich upgedatet worden", sagte Sörös.

Wurzeln in Ägypten

Bei dem Angreifer, Mohamed E. war ein gebürtiger Österreicher mit familiären Wurzeln in Ägypten, hat beim Bundesheer als Grundwehrdiener gedient. Er rückte als strenggläubiger Muslim bei der Garde in Wien ein sagte das Verteidigungsministerium auf APA-Anfrage am Dienstag. Derart strenggläubigen Muslime beim Bundesheer gibt es im Schnitt 30, so ein Sprecher. Diese dürfen fünf Mal am Tag beten, bekommen ein eigenes Essen, dürfen sich einen Bart wachsen lassen, dürfen die Gebetsräume nutzen und bekommen an islamischen Feiertagen dienstfrei.

Einschlägig aufgefallen ist Mohamed E. zuvor  nicht. Es gab bei ihm lediglich eine polizeiliche Auffälligkeit: Sein Name taucht bei einem Automaten-Einbruch im November 2017 auf. Es gab aber keine Verurteilung, offenbar auch keinen Prozess.

Botschafter besuchte Soldat

Unterdessen hat der iranische Botschafter in Wien, Ebadollah Molaei, den bei der Messerattacke verletzten Soldaten im Spital besucht, wie die iranische Vertretung in einer Pressemitteilung berichtete. Die Botschaft bedankte sich außerdem bei den Behörden und Sicherheitskräften "für deren raschen Einsatz am Tatort sowie für die gute Führung der Situation".

Wachsoldat erschoss Messerangreifer vor iranischer Residenz in Wien

"Ein terroristisches Motiv kann derzeit weder ausgeschlossen, noch bestätigt werden", sagte der Polizeisprecher. Das LVT habe eine eigene Gruppe für diese Ermittlungen abgestellt. Eine solche besteht üblicherweise aus fünf bis zehn Polizisten. Sie seien dabei, "das gesamte Umfeld zu durchleuchten, Handy- und E-Mailverläufe zu untersuchen, Freunde und Angehörige zu befragen, in der Wohnung gefundene Schriftstücke zu analysieren" sowie festzustellen, ob der Mann Kontakt zu bestimmten Glaubensgemeinschaften gehabt hat und ob sich in seinem Besitz einschlägiges Werkzeug oder Anleitungen befanden, sagte am Montag Polizeisprecher Harald Sörös. 

Weshalb Soldaten Botschaften überwachen

Bei einer in der Wohnung des Täters durchgeführten Hausdurchsuchung "konnten vorerst keine augenscheinlichen Hinweise vorgefunden werden, die auf ein konkretes Tatmotiv schließen lassen, jedoch wurden elektronische Datenträger sowie ein Handy und ein PC sichergestellt", berichtete die Polizei. Die Auswertung dieser Datenträger ist im Gange, die Ermittler erhoffen sich aus den Daten Rückschlüsse zum Motiv des 26-jährigen Tatverdächtigen. Die Sichtung kann unter Umständen mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Doppelbewachung angeordnet

Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) hat Montagnachmittag für die von Bundesheersoldaten bewachten diplomatischen Objekte bis auf weiteres eine doppelte Besetzung angeordnet. Während der nächsten 72 Stunden sollen nach einer Messerattacke auf einen Soldaten vor der iranischen Botschaft in Wien-Hietzing statt einem nunmehr zwei Wachposten im Einsatz sein, sagte ein Sprecher.

Der Generalstab habe zudem den Auftrag erhalten, den seit August 2016 laufenden Assistenzeinsatz, mit dem das Heer die Polizei beim Objektschutz unterstützt, zu evaluieren, sagte Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums. Das Ziel sei auszuloten, ob noch Verbesserungen bezüglich der Sicherheit der eingesetzten Soldaten, etwa in Bezug auf deren Ausrüstung, möglich seien.

"Wir wollen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, nachdem ein Soldat fast gestorben wäre. Deswegen wird der Fall genau angeschaut", betonte der Sprecher. Der Vorfall werde vor allem hinsichtlich der Frage analysiert, ob der attackierte Wachposten optimal vorbereitet und ausgerüstet war. Es sei etwa denkbar, die Einsatzkräfte künftig auch mit Kugelschutzwesten oder Helmen auszustatten. Er wolle der Analyse des Generalstabs, deren Ergebnis in den nächsten Tagen vorliegen soll, aber nicht vorgreifen.

Botschafter war in Villa

Der iranische Botschafter hatte sich zum Tatzeitpunkt mit seiner Frau und zwei Kindern in der Villa Blaimschein aufgehalten, bestätigte Sörös. "Auf die bilateralen Beziehungen hat dieser Vorfall keine Auswirkungen", teilte der Gesandte Thomas Schnöll, Sprecher des Außenministeriums, der APA auf Anfrage mit. Der vor der Residenz in den Wenzgasse 2 postierte Berufssoldat (23) trug eine Schnittverletzung am rechten Oberarm davon sowie einen schweren Schock. Dass es für ihn nicht schlimmer ausging, sei nur dem Umstand zu verdanken, dass er eine Stichschutzweste trug, sagte der Polizeisprecher: "Ohne diesen Schutz wäre er tot gewesen, hundertprozentig."

Zum Ablauf der Tat gab die Polizei Montagfrüh bekannt, der Soldat habe gegen 23.30 Uhr "plötzlich einen verdächtigen Mann im Nahbereich der Residenz" wahrgenommen. Der Mann sei wenige Momente später auf ihn zugekommen, "zog ein Messer aus dem Inneren seiner Jacke und attackierte den Soldaten". Der 23-jährige gebürtige Tiroler wich zurück und versuchte, den Angreifer mit Pfefferspray außer Gefecht zu setzen, erst als das keine Wirkung zeigte, habe er zur Waffe gegriffen.

Alles richtig gemacht

Der Berufssoldat habe damit "aus jetziger Sicht alles richtig gemacht", nämlich zunächst mit dem Pfefferspray das gelindeste Mittel eingesetzt, hieß es seitens des Sprechers des Verteidigungsministeriums, Michael Bauer.  "Angreifer und Soldat kamen gemeinsam zu Sturz, wobei der Tatverdächtige - wie sich auch bei der ersten Sichtung einer Videoauswertung bestätigte - unentwegt auf den Soldaten einstach", sagte Sörös. Der Soldat feuerte schließlich zumindest vier Schüsse aus seiner Glock 17 ab. Der Angreifer starb am Tatort. Das Messer wurde sichergestellt. 

Der Soldat befand sich weiterhin in Spitalsbehandlung. Er hat laut Bauer eine leichte Verletzung am Oberarm erlitten. Der 23-Jährige sei nach dem Angriff und dem Waffengebrauch "psychologisch natürlich entsprechend herausgefordert. Der heerespsychologische Dienst war bei ihm, er wird betreut", sagte der Sprecher. Routinemäßig werde wohl eine interne Untersuchungskommission eingesetzt, wie nach Schusswaffengebrauch im Dienst üblich. Die Ermittlungen obliegen aber einzig der Polizei.

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Danke für Ihr Verständnis.

wiesengasse10
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Wirds noch lange dauern....

....bis man berichten kann, ob und wie sich der iranische Botschafter bei dem Soldaten bedankt hat ??

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anse73
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schiiten vs sunniten

laut Medienberichten soll Mohammed Salafist gewesen sein.
Diese radikale Muslimische Glaubensgemeinschaft hat neben dem westlich christlichen Kulturkreis ein noch grösseres Feindbild nämlich die Schiiten.
Der Iran ist die Heimat der Schiiten

aber vielleicht war er nur geistig verwirrt.......

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styrianprawda
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@anse73

Bitte, bitte kennzeichnen Sie Ihr Posting mit "Ironie".

Sonst glauben viele hier aus schierer Unwissenheit, dass Sie das ernst meinen können.

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Rundblick
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Überfall mit Messer!

Dieser Überfall ist ein Beweis dafür, dass durch die vielen verschiedenen Kulturen, die nun bei uns sind, das Risiko einem Verbrechen zum Opfer zu fallen, wohl immer grösser wird. In Östereich geboren heisst ja noch lange nicht, dass man unsere gemässigte Kultur geerbt hat und auch lebt!

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Mein Graz
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@Rundblick

Schlagzeilen in letzter Zeit:
Großmutter vom Enkel erstickt.
Bruder, Schwester und Mutter mit Beil getötet.
10-jährige Tochter stranguliert.
Die Täter: Österreicher - kein Migrationshintergrund erkennbar.

In Österreich geboren und österreichische Vorfahren heißt noch lange nicht, dass "man unsere gemäßigte Kultur geerbt hat und auch lebt! "

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SoundofThunder
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Da schreiben einige von Abschieben

Bitte um Erklärung wie man einen gebürtigen (1992) Österreicher abschiebt!

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plolin
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Ja, da hast du sicher recht.

Dem Papier nach ist er Österreicher. Mit einem richtig deutschen Namen. Mohamed. Achtung: Sarkasmus.
Und weil er Österreicher ist, fließt auch "österreichisches" Blut in ihm. Von den Genen gar nicht zu reden.
Also ich kann auf solche "Österreicher" liebend gern verzichten.

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satiricus
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"Den Papieren nach ist er Österreicher, weil hier geboren"

Meine Katze ("Milka") wurde im Kustall geboren - ist sie nun eine (lila) Kuh ?

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Mein Graz
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@plolin

So was Menschen verachtendes hab ich schon lange nicht mehr gelesen.

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Mein Graz
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@plolin

Ist Blut von Menschen mit Migrationshintergrund anders als Blut von Ur-Österreichern? Worin unterscheiden sich Gene von Ureinwohnern und z.B. Strache oder Gudenus?

Du schreibst, als ob das keine Menschen wären sondern eine andere Spezies.

Und was schreibst du über Verbrecher mit österreichischen Wurzeln? Welche "Gene", welches "Blut" haben die?

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Mein Graz
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@SoundofThunder

Da kriegst höchstens 👎 - Klicks, aber keine Antwort.

Denn wahrscheinlich hat sich der die Staatsbürgerschaft nur erschlichen oder viel zu früh oder nachgeschmissen gekriegt.

Lesen ist wie hören ein selektiver Vorgang, was man nicht sehen oder hören will blendet mancher aus. Oder sind manche nicht fähig dazu?

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Rudi Mikosch
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Wachsoldat

Der Wachsoldat sollte den Tapferkeitsorden bekommen !
Wann endlich werden diese Potenzielen Täter einvernommen
und danach Abgeschoben ! Aber ,, Sofort ,, , Herr Kiiikl !
Wir ,,Leben,, in Freiheit oder nicht , liebe Österreicher innen .
Punkt Fakt Schluß !!!

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Mein Graz
25
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@Rudi Mikosch

Wer sind "potentielle Täter"?
Diejenigen, die irgendwie auffallen - wäre logisch.
Die "Zuwanderer", Asylwerber usw. - für die Blauen ja.
Alle mit "fremdländischen" Namen - unlogisch, da sind viele "Ureinwohner" dabei.

Und wie willst österreichische Straftäter abschieben? Der (mutmaßliche) Täter IST Österreicher!

Was hat "wir leben in Freiheit" damit zu tun?

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Sepp57
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Ist ja nur gut,

dass wir nicht in Amerika sind, wo jeder Geisteskranke mühelos ein Schnellfeuergewehr kriegt . . .

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erichorangeplanet
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Wien war schon immer ein Spielfeld fremder Regimes

Der (neueste) blutige Zwischenfall (vorgefallen laut Medien gestern, den 11.3.2018 um 23h30 sic!) vor der Botschaft PERSlENS erinnert etwas an den Anschlag auf Stadtrat NitteI am Tag der Arbeit, dem 1. Mai 1981.
Dieses Schussattentat ereignete sich nur wenige hundert Meter entfernt von jenem Schauplatz der letzten Nacht. Auch damals wurden die eigentlichen Hintergründe der Tat medial ausgeblendet. Dies um Fragen bezüglich der intensiven geschäftlichen Nähe und der Schnittpunkte Wiener Stadträte zu einschlägigen Kreisen im Ausland nicht in den Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen und Fragen hoch kochen zu lassen.

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gg290870
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Österreicher

Der Angreifer Mohamed E. !!! Noch Fragen ?

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Landbomeranze
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und täglich grüßt

das Murmeltier. Keine weiteren Fragen!

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Sepp57
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Ja, ich hätte da

noch eine Frage an den gg290870.
"Mohamed" mit einem "m" oder mit zwei? Also, insgesamt könnten es sogar drei sein . . .

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UHBP
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@gg..

Österreicher: Svazek
Noch Fragen?

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aral66
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Ja!

Und?

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Sam125
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Österreicher!?

Ja leider Österreicher, da man bei uns anscheinend die Staatsbürgerschaft nachgeworfen bekommt und auch jeder anerkannte Asylant, auch wenn er straffällig geworden ist, nicht mehr abgeschoben werden kann!
So schaut es aus im "Staate Österreich ".
In der Integratons-und Migrationspolitik muss hier in Österreich bestimmt noch einiges geändert werden! Warum können Einwanderer überhaupt automatisch schon nach einer so kurzen Zeit Österreicher werden und um die Staatsbürgerschaft ansuchen?

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petrbaur
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könnts ihr alle net lesen..

geboren in österreich.. somit österreichischer staatsbürger und kein asylant..
und terroristischer akt mit einem messer ? geh bitte...

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Mein Graz
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@Sam125

Fragen sind an die zuständigen Ministerien - Innen- und Justizministerium - zu richten, die seit 16 Jahren der ÖVP unterstehen. Hr. Kickl zu fragen, dessen Ressort das Innenministerium ist, wird wohl nicht viel bringen, denn er kann sich ja auf die Schwarzen berufen.

Natürlich kann man auch eine Anfrage an Hr. Kurz stellen, der Integrationsstaatssekretär und dann Integrationsminister war.
Da sich Hr. Kurz aber seit knapp 3 Monaten in Schweigen hüllt wird man wohl vergeblich auf eine Antwort warten...

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X22
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@Sam

zur ersten Frage: anerkannte Asylwerber sind rechtlich dem Österreicher gleichgestellt, für eine Straftat muss er hier verurteilt und bestraft werden, die Aberkennung des Asylstatus:
aus stichhaltigen Gründen angenommen werden kann, dass der Fremde eine Gefahr für die Sicherheit der Republik Österreich darstellt, oder er von einem inländischen Gericht wegen eines besonders schweren Verbrechens rechtskräftig verurteilt worden ist und wegen dieses strafbaren Verhaltens eine Gefahr für die Gemeinschaft bedeutet. Einer Verurteilung durch ein inländisches Gericht ist eine Verurteilung durch ein ausländisches Gericht gleichzuhalten, die den Voraussetzungen des § 73 StGB, BGBl. Nr. 60/1974, entspricht.
zur zweiten Frage: Es gelten die gleichen Vorausetzungen, wie für jeden anderen Einbürgerungswilligen, für Asylberechtigte wird da keine Ausnahme gemacht, also geht es nicht schneller als bei einem Anderen.

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X22
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Jo, hast den Höhepunkt schon erreicht

?

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plolin
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Der Soldat

hat vollkommen richtig gehandelt. Hoffentlich erholt er sich von diesem Schock recht bald.

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