EhrenbeleidigungBuwog-Prozess: Kronzeuge klagt Grasser-Anwalt

Ein Kronzeuge im Buwog-Prozess bezichtigt Grasser-Verteidiger Manfred Ainedter der Lüge und kontert mit einer Anzeige wegen einer Ehrenbeleidigung.

GRASSER-PROZESS: AINEDTER / GRASSER
Manfred Ainedter mit Karl Heinz Grasser. © APA/HELMUT FOHRINGER/APA-POOL
 

Emotional war der Buwog-Prozess schon vom ersten Verhandlungstag an. Nun wird er zunehmend zur Schlammschlacht: Nachdem Manfred Ainedter, Verteidiger von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, für Aufregung sorgte, als er das Gespräch mit Schöffen suchte, sieht er sich nun mit einer Anzeige konfrontiert.

Hinter der Anzeige soll laut einem Bericht der Kronen Zeitung Willibald B. stehen, der im Jahr 2000 Kabinettschef im Infrastrukturministerium war. Dieser hatte mehrfach zu Protokoll gegeben, dass ihm der Lobbyist Peter Hochegger per Skizze dargelegt habe, wie Politiker durch Privatisierungen von Staatseigentum profitierten - inklusive Grasser.

Sowohl Grasser als auch Hochegger bestreiten die Geschichte. Ainedter ging noch einen Schritt weiter und bezichtigte Willibald B. in einem Interview der Lüge. Der Zeuge reagierte nun mit einer Anzeige.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

mapem
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Ah schau, und jetzt ruft der Herr FPÖ-Ex-Justizminister Böhmdorfer …

wegen einer allfälligen „objektiven Befangenheit“ der Richterin auch noch die Generalprokuratur (Nichtigkeitsbeschwerde / Abberufung) an – und will darin „keine Parteiennahme“ seinerseits erkennen?!
Na – wie lange und wie weit soll´s denn noch gehen, mit der Verarsche durch diese ehrenwerte Nomenklatura – ha?!

„Gleiches Recht für alle“ – hat in etwa dieselbe Bedeutung, wie der Begriff „Unschuldsvermutung“ … sind´s nur mehr inhaltslose leere Worthülsen?! Was die da rotzfrech ins Mikro maulen, ist mir aber nicht mehr wurscht … da muss man schon echt ein Volldolm sein, wennst da noch vorbehaltslos an eine klassenlose Rechtssprechung glaubst.

In Anbetracht dessen, dass in einer Demokratie von einer funktionierenden Gewaltentrennung auszugehen ist, kann man wirklich schon von einer akuten Demokratie- und Rechtsstaatskrise sprechen.
Österreich am Wege zur „Deregulierung“ in eine Bananen-Republik!

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mapem
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Oh ja, ein nettes Sittengebilde, das hier gerade bei dieser Geschichte gezeichnet wird …

wenn ehemals gewählte Mandatare – Minister, integre Persönlichkeiten, Vorbilder - die eigentlich über jeden Verdacht erhaben sein müssten – sich wie glitschige Aale mit naturarroganten Advokaten aus der Affäre winden wollen. Was soll man denn überhaupt noch mit dieser Worthülse „Unschuldsvermutung“ anfangen, wenn der Begriff eigentlich nur mehr das ausdrückt, dass man´s nicht oder kaum beweisen kann, weil Beweise „fort sind“ und haarsträubende Geschichten überheblich ins Mikro gegrinst werden?
Und während im gleichen politischen Stall heute das nächste „politische Talent“ am Kurz4 bastelt, das man nach den Landtagswahlen jenen Leuten reindrücken wird, die sich ohnedies nur mehr irgendwie durchs Monat wurschteln müssen – erklärt der „Star-Anwalt“ eines „Vorgängertalentes“: „Kein Haus, kein Auto, kein Einkommen!“ … was für eine freche Watschn!
Und dann apern da und dort mysteriöse Konten raus, die „nichts zur Sache“ haben und bezüglich der Causa „irrelevant“ seien … weitere Ohrfeigen für all jene, die täglich zur Arbeit gehen und dem Fiskus brav ihre Steuern abliefern.
Und der Herr Moser, neuer Justizminister, - was bastelt der da in seiner „Deregulierungs-Werkstätte“ zusammen? Er will ja sämtliche Erlässe und Novellen, die bis 2000 unter roter Beteiligung beschlossen wurden, aufheben und für null und nichtig erklären … interessanterweise jene dann nicht mehr, die dann unter Schüssel 1 und Schüssel 2 (schwarz-blau) erfolgten.
Erklären´S das mal, Herr Deregulator!

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perplesso
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Man fragt sich,

Wie lange der KH Grasser noch frei herumlaufen wird? Aufheben Fall sollte er die Tsge der Freiheit genießen.

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Jak39
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Einen derartig üblen Sumpf

hat es bei uns noch nicht gegeben.

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mapem
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Doch,

in Kärnten – beim Entdecker und Ausbildungsleiter dieses „politischen Talentes“ …

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mapem
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Ja klar, rot …

der „Lambichler-Kerzenanzündverein“ hat in Dolmatien offensichtlich die Halbwärtszeit von kontaminierten Brennstäben – man nimmt´s wohl mit in die Bretter … ein weiteres intellektuelles Sittenbild halt.

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CuiBono
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Mein Gefühl

sagt mir, dass der Herr RA Ainedter mit dieser Verteidigung des "schönsten und besten" ex Finanzministers den Höhepunkt seiner beruflichen Karriere erreicht hat.

Ein mehr an schnöder Verwirklichung juristischen Kalküls scheint sogar in dieser Republik nicht möglich.
Mir - als Laien - zumindest.

"Nachdenk & seufz"
Hoffentlich behalte ich Recht!

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bmn_kleine
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Re Höhepunkt seiner beruflichen Karriere

Was sein Honorar betrifft, hat er bestimmt den Höhepunkt erreicht...

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KarlZoech
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Auch in dieser Causa gilt:

Wir werden uns noch wundern, was da noch alles ans Tageslicht kommt.
(Frei abgewandelt nach N. Hofer.)

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StockBoss
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Gut so

Der Ainedter erscheint mir nahezu unerträglich, schön wenn es Leute gibt die sich das nicht gefallen lassen!

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