Wenn die Retter aus der Luft abheben, geht es meist um Leben und Tod. Im vergangenen Jahr war das besonders häufig der Fall, denn die Teams der ÖAMTC-Luftrettung haben einen neuen Einsatzrekord aufgestellt. 22.203 Mal sind sie mit einem der 22 österreichweit stationierten Rettungshubschrauber abgehoben. Das entspricht durchschnittlich 61 Einsätzen pro Tag. Damit stellen sie den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 um 269 Einsätze ein. Im Vergleich zum Jahr 2023 waren es im letzten Jahr sogar um 1380 Einsätze mehr. Die Nase vorne hat dabei Niederösterreich mit 4657 Einsätzen, gefolgt von der Steiermark mit 3856 Einsätzen.
„Im Schnitt hoben unsere steirischen Crews damit jeden Tag zu zehn Einsätzen ab. Der Großteil der Rettungsflüge wurde dabei in der Steiermark absolviert, ab und an ging es auch in benachbarte Bundesländer“, bilanziert Marco Trefanitz, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung.
Christophorus 18 verstärkt die Flotte
Auch in Hinblick auf die Einsatzzunahme führen Niederösterreich und die Steiermark die Liste an. In Niederösterreich wurden um 800 Einsätze mehr verzeichnet als noch im Jahr zuvor, allerdings gab es hier auch einen neuen interimistischen Standort, der ab 2025 nach Frauenkirchen im Burgenland übersiedelt. Dieser neue Hubschrauber der Flotte, der den Namen Christophorus 18 trägt, ist auch ein Hauptgrund für den neuen Einsatzrekord. Ebenfalls zur Bilanz beigetragen haben im letzten Jahr auch die Hochwasserlagen in Niederösterreich, bei denen die Flugrettung gleich mit mehreren Hubschraubern im Einsatz stand. In der Steiermark gab es unterdessen ein Plus von 172 Einsätzen.
Auf der anderen Seite des Spektrums finden sich Kärnten, Vorarlberg und Osttirol. Denn hier wurden weniger Einsätze als noch im Jahr zuvor verzeichnet. In Kärnten waren es um 28 Einsätze weniger, in Vorarlberg 21, in Osttirol elf. Eine Abweichung, die laut Stefan Tschernutter, Sprecher der ÖAMTC-Flugrettung, nicht ungewöhnlich ist. „Vor allem das Wetter ist ausschlaggebend, wenn es wie jetzt im Winter nicht viel Schnee gibt, haben wir weniger Einsätze, wenn der Sommer verregnet ist, gehen nicht so viele Menschen zum See, auch das führt zu weniger Einsätzen“, meint er.
Wenn jede Sekunde zählt
Wie bereits in den Jahren zuvor machten internistische oder neurologische Notfälle mit 46 Prozent österreichweit den größten Einsatzanteil aus. Weitere häufige Ursachen waren Unfälle im häuslichen Umfeld sowie Sport- und Freizeitunfälle im alpinen Bereich. 741 Taubergungen wurden hier durchgeführt. Verhältnismäßig niedrig fielen im vergangenen Jahr hingegen Verkehrsunfälle aus. Auf sie entfielen lediglich 6,7 Prozent der Einsätze. Diese österreichweiten Zahlen lassen sich laut Tschernutter auch auf die Steiermark und Kärnten übertragen. In Kärnten sind 47 Prozent der Einsätze auf internistische und neurologische Einsätze entfallen, in der Steiermark waren es rund 45 Prozent.