Es war Gewalt primitivster Abart.

Salman Rushdie liegt schwer verletzt im Koma. Von einem erst 24-Jährigen barbarisch niedergestochen. Dessen Motiv? Stand noch aus. Es wird – kaum abwegig – spekuliert, ob der 1988 von Irans einstigem Revolutionsführer Ayatollah Khomeini getätigte Mordaufruf gegen den Autor seine Tat beeinflusst haben könnte. Tradierter Hass.

Anzunehmen ist ein weiterer Akt – als ob es noch einen bräuchte! – jener religiös befeuerten Intoleranz, die die Menschheitsgeschichte blutrot durchzieht. Der britisch-indische Autor müsse sterben, weil er im Roman "Die satanischen Verse" den Islam, den Koran und den Propheten Mohammed beleidigt habe, so Khomeinis Aufruf zur Hatz. Kopfgeld inklusive.

Seitdem lebte Rushdie unter den Damoklesschwertern der Fatwa. Bedroht, bis vor wenigen Jahren von Leibwächtern beschützt. Geistig unbezwingbar, vom Westen bewundert. Nun geht Entsetzen um – im Iran wird indes gefeiert: "Tausende Bravos" flogen.