Armut hat viele Gesichter. Eines heißt Toastbrottage. So heißen die Tage am Ende des Monats, an denen der Inhalt vom Sandwich-Sackerl von früh bis spät eine vollwertige Mahlzeit ersetzt. Nährstoffarm und ungesund auf der einen Seite, 0,69 € je 500 Gramm auf der anderen.

Zur Sache: 362.000 Kinder leben hierzulande in einem Haushalt, der sich unerwartete Ausgaben, wie die Reparatur einer Waschmaschine, nicht leisten kann. In der Steiermark sind laut Volkshilfe 45.000 Kinder „von Armut – und damit auch von Ausgrenzung – betroffen." Absurderweise bleiben diese Zahlen seit Jahrzehnten gleich. Heute, am Tag der Kinderrechte, wird dies wieder bedauert. Die restlichen 364 Tage im Jahr passiert nichts.

Oder kommt doch Bewegung ins Spiel? Die Sozialminister der EU haben im Juni eine „Kindergarantie“ ins Leben gerufen, mit der Kinder vor Armut geschützt werden sollen. Wolfgang Mückstein (Grüne) hat mit der Umsetzung dieser Strategie in Österreich begonnen. Der Aktionsplan folgt im März. Der Inhalt: Zukunftsmusik. Sicher ist nur: Diese Chance auf eine Garantie darf nicht vertan werden. Das hätte keinen Nährwert – so wie die Toastbrottage am Ende des Monats.