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Verkehrte WeltenWo es der Union um Macht für Einzelne geht, zeigen die Grünen Verantwortung für das Land

In Deutschland setzte die Union bei der Suche nach dem Kanzlerkandidaten auf Eskalation, die Grünen dagegen auf Harmonie. Genau damit fordern sie die Konservativen heraus.

 

Am Sonntag gedachte Deutschland seiner Corona-Opfer. Doch Besinnung mochte nicht aufkommen. Auch der Führungsstreit in der Union ließ das Land nicht zur Ruhe kommen. Markus Söder oder Armin Laschet? Tagelang wartete man auf eine Klärung der Kanzlerfrage. Selbst eine Empfehlung von Unions-Urgestein Wolfgang Schäuble („Ich bin für Herrn Laschet“) vermochte diese nicht zu beschleunigen. CDU und CSU fehlt die wichtigste Voraussetzung für Erfolg: Geschlossenheit. Die Union ist zerrissen. Ausgerechnet die Konservativen, deren höchstes Gut doch auf die Bewahrung der Ordnung zielt.

Kontrastprogramm dagegen bei den Grünen. Erstmals drängt es die Grünen zu einer Kanzlerkandidatur. Heute klären sie, ob sie mit Annalena Baerbock oder Robert Habeck in die Wahl ziehen. Aber die Debatte verläuft geräuschlos. Selbst die liebe Basis bleibt bei den einst Basisbewegten in der urgrünen Frage zwischen Mann und Frau außen vor. Die Grünen sind normal geworden. Auch programmatisch lernte die Partei dazu. Wo früher irrwitzige Benzinpreise oder fleischlose Kantinentage verschreckten, spricht die Partei im Wahlprogramm jetzt zurückhaltend von Klimanotstand. Schluss mit Bürgerschreck. Ruhe gilt plötzlich als Ausdruck von Professionalität. Das ist auch ein Zeichen von Verantwortung.

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