Guten Morgen, faktenorientierte, zielgenaue Leserinnen und Leser!

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) auf den Spuren von Donald Trump. Die BeraterInnen des Ex-US-Präsidenten prägten einst die Bezeichnung „alternative facts“. Kurz sieht jetzt nicht „alternative“, sondern „fehlerhafte Fakten“. Ist der Kanzler mit der Coronakrise nicht ausgelastet? Zeit scheint er jedenfalls zu haben. „Ich stehe Ihnen jederzeit, sieben Tage die Woche, für eine Zeugenaussage zur Verfügung, denn es ist mir ein Anliegen, dass diese fehlerhaften Fakten sowie die falschen Annahmen rasch aus der Welt geschafft werden können“, schrieb Kurz jetzt in einem bemerkenswerten, zweiseitigen Brief an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Seit der Hausdurchsuchung bei Finanzminister Gernot Blümel und Ermittlungen in der Causa Novomatic, lassen die Türkisen nichts unversucht, die Arbeit der Ermittlungsbehörde zu diskreditieren. Höflich ausgedrückt könnte man das „Litigation PR“ nennen, womöglich sind diese verbalen Angriffe aber einfach der formvollendete „neue Stil“ den Kurz im Wahlkampf 2017 propagiert hatte. Die FPÖ will in der Causa heute um 11 Uhr „eine Bombe platzen lassen“ und schimpft im Vorfeld über „wütende Facebook-Zensoren“, weil offenbar eine ihrer Seiten gesperrt wurde. Mal abwarten. So manche vermeintliche Bombe hat sich schon als Rohrkrepierer entpuppt. Die Nervosität bei der ÖVP scheint jedenfalls groß – auch wenn sie mantraartig betont, niemals Spenden von Novomatic erhalten zu haben.