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GedenktagDer Holocaust ist keine Erbschuld, aber eine Erbverpflichtung - gerade jetzt

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Jedes Jahr am 27. Jänner erinnert sich die Welt an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau 1945 und an das Morden des nationalsozialistischen Regimes. An die Vernichtung von Juden, Roma und Sinti, von nazikritischen Christen, von Zeugen Jehovas, politisch Andersdenkenden, Homosexuellen. Millionen Menschen, die ein zutiefst unanständiges System im Namen angeblicher biederer Anständigkeit zuerst mit Hass überschüttete, ihnen die Würde und schließlich das Leben raubte.

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reschal
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Eine Erbverpflichtung...

Ja gerade jetzt. Etliche Junge in meinem Umfeld sind sich nicht bewusst, was die Shoa war. Im Jahr 1986 war ich im Vernichtungslager in Auschwitz, geführt von einem Überlebenden, vor einem Jahr in Yad Vashem in Israel, mehrmals mit Schülern in Mauthausen. Es geht um Bewusstwerdung was Menschsein bedeutet. Das ist die Aufgabe aller nachfolgenden Generationen.

lieschenmueller
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Diese Zeilen sind dermaßen exzellent geschrieben, Hr. Weniger,

und so treffend sie sind, umso bedrückender.

"Einen großen Teil der Bevölkerung gegen Mitgefühl immunisiert"

Und dies waren erwachsene Menschen, deren Geist nicht von kleinauf durch dieses furchtbare Nazi-Regime versucht wurde zu verderben.

In Filmen über die furchtbaren Lager sieht man oft Berge von Brillen, Schuhen, Gegenständen die zum Leben gehörten. Man merkt, sein Kind sieht schlecht, geht zum Arzt, sucht diese Sehhilfen aus für Tochter oder Sohn. Und irgendwann liegt eben diese auf einen Haufen, abgenommen vor deren Ermordung.

Irgendwie möchten die Gedanken dann abstoppen, weil schon ein Funken des Unvorstellbaren, der Abscheulichkeit und der Grausamkeit unerträglich erscheinen.

Man sollte es aber nicht tun.

Ich bin mit einem "nie wieder" Jahrzehnte später aufgewachsen. Das stand in meinen Schulbüchern. Die aber seltsam schnell über das "Kapitel" 2. Weltkrieg hinwegflogen.

Dann schauen wir bitten, dass es wirklich ein "nie wieder" wird!