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Sie & ErWas bringt uns aus der Ruhe?

 

Nachts in der Stadt

Mitte November, Sonnenuntergang um viertel fünf, eigentlich stünde mir jetzt die jährliche Überwältigung durch Herbsthass und Wintergrauen zu. Aber wenn ich in mich hineinhorche: nichts.

Weiß auch nicht, warum das heuer ausbleibt. Üblicherweise wüsste ich aktuell genau, wie viele Tage es noch bis zum 21. Dezember sind (Wintersonnenwende, Stichtag aller Saisonmelancholiker, die darauf setzen, dass die Tage endlich wieder länger werden und mit ihnen die Hoffnung keimt, dass sich alles zum Besseren wendet). Diesmal ergreift mich das überhaupt nicht. Kann sein, dass das mit den deutlich größeren Sorgen zu tun hat, die wir derzeit alle haben. Oder es liegt daran, dass in mich endlich die Erkenntnis eingesickert ist, dass es an langen Nächten nichts zu mosern gibt. Weil eigentlich mag ich es finster. Ich arbeite am liebsten, wenn alle anderen zusammenpacken, und komme sozial erst nachts in Fahrt. Und wir Eulen sind nicht wenige.

Auch ohne Ausgehpublikum zeigt sich die Stadt nachts derzeit gut gefüllt mit Spaziergängern, Joggern, Leuten, die den Hund bzw. die Katze (selbst gesehen, schwöre!) Gassi führen. Hier zeigt sich: Die Nacht ist auch nur eine Tageszeit. Insofern: Spiel dich nicht auf, November! Komm, wennst dich traust, Dezember! Bleibt nur ein Problem: die Kälte. Die muss ich mir noch schönreden. Ich arbeite dran.

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