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Medien-TagebuchZeitgeschichte-Unterricht mit dem Kabarettisten Lukas Portisch

Es gibt einen Kabarettisten, der uns mittlerweile 27 Soloprogramme geschenkt hat. Und damit tiefe Einblicke in Österreichs Seele und Geschichte.

© APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
 

Ich liebe Streaming. Also, so analoges Streaming – das Herumstromern in Zeitungen, Magazinen, Büchern (Sie wissen schon, das sind diese Tablets aus Papier, auf denen man mit einem Wisch auch ganz einfach von Page zu Page springt...!).

Aber, damit Sie nicht glauben, ich bin technophob: Erst neulich bin ich wieder bei Ö1 gelandet (Sie wissen schon, das ist dieses ORF-Spotify für Soundboxen mit Funkantennen...!) und hörte einen Ausschnitt von „Ich tanze nicht“, dem Soloprogramm von Lukas Resetarits von 1999. Dann suchte ich den ganzen Auftritt auf Youtube (Sie wissen schon, diesen vorsintflutlichen Videokanal aus dem Jahr 2005...!). Und dabei entdeckte ich, dass Resetarits in seinem Leben schon 27 (!) Programme gespielt hat. Legende, hätten wir früher gesagt, Longseller heißt das wohl heute. Egal!

„Es ist bitte Folgendes...“: Von Elmayer bis Eduscho. Von Irxenbuschen bis Sanostol statt Rock ‘n’ Roll. Von der ja-panischen Angst vor Atomkraft bis zum landeshauptmännlichen Bungeejump von der Jauntalbrücke. Von Wo Thaliastraße? bis zu den Eurostrizzis, die Gürtelrosen verkaufen wollen. Was Resetarits von „Rechts Mitte Links“ (1977) bis „Wurscht“ (2019) geliefert hat, ist ein Längsschnitt durch fast ein halbes Jahrhundert österreichische Zeitgeschichte.

Man könnte fast sagen, Lukas Resetarits ist der Hugo Portisch des Kabaretts.

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