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Essay von Klaus EdlingerVom Verlust der Balance innerhalb der gesamten Gesellschaft

Warum die digitalen Giganten nicht mehr einzufangen sind und wir insgesamt aus dem Gleichgewicht gekommen sind: gesellschaftlich, kulturell, sportlich, wirtschaftlich, stilistisch, rhetorisch und sogar kulinarisch.

© Illustration: Margit Krammer
 

Beim Spazieren-Gehen habe ich mich unlängst auf einen Baumstamm gesetzt. Ich habe zwei Waldarbeiter beobachtet, wie sie mithilfe einer Traktor-Seilwinde unter größter körperlicher Anstrengung einen geknickten Baum aus der Sulm zogen. Das war ein herrliches Bild von Arbeit. Körperliche Anstrengung im ursprünglichsten Sinn. Kraftakte per Hand, langwierig und schweißtreibend. Und alles harmonisch, weil im Rhythmus und Tempo des Herzschlags. Weil analog überschaubar und berechenbar. Wenn man die eine Seite des Baumstammes drückt, geht die andere hoch. Das Gesetz von Hebel und Wirkung. Da ist man autark, nicht ausgeliefert. Da ist nichts abstrakt. Nichts ist unvorstellbar digital, maßlos schnell und unsichtbar. Nichts ist jenseits aller Horizonte, zwischen denen unsere Sinne atmen.

Kommentare (4)
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hfg
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Gratulation

Hr. Edlinger hat damit beschrieben - was man eventuell auch nach dieser Krise beibehalten und als Verbesserung sehen kann. Eine gewisse Entschleunigung, Vereinfachung und mehr Bescheidenheit, Zufriedenheit und Demut wäre für die meisten Menschen sehr hilfreich und wohltuend.

Adeva
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Gratulation!

Sehr, sehr guter Artikel!

KleineZeitung
0
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Lob

Danke für das Lob! Ich werde es weiterleiten.
Mit freundlichen Grüßen,
die Redaktion

wildkraut
4
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Städtische Sicht der Dinge

hat Tobias Moretti das Kuh-Urteil in Tirol genannt. Vieles, zu vieles wird heuzutage unter diesem Aspekt gepriesen und entschieden. Regen ist prinzipiell schlecht, weil es die Frezeitaktivitäten einschränkt. Alte Fußwege werden gesperrt, weil ein neuer Eigentümer seine "Ruhe" haben will usw.