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MorgenpostPostenschacher oder wie die FPÖ ihre Glaubwürdigkeit verspielt

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Heinz-Christian Strache
Heinz-Christian Strache © APA/AFP/Joe Klamar
 

Guten Morgen! 

Andreas Mölzer war immer gut für kritische Äußerungen über die eigene Partei. Bis zum versuchten Parteiausschluss durch Jörg Haider trieb der Publizist und Politiker einst seine Kritik an den eigenen Leuten. Heute knöpft sich der FPÖ-Ideologe den Umgang seiner Partei mit dem Phänomen Postenschacher vor. Uns schien der Text so bemerkenswert, dass wir ihn auf die Titelseite setzten.

In scharfen Worten wirft Mölzer der FPÖ vor, in der Opposition eine Praxis zu geißeln, die sie, einmal an die Macht gelangt, selbst mit größter Vehemenz pflegt. Er bezichtigt die FPÖ nicht nur der Inkonsequenz, sondern auch des Dilettantismus beim Raffen von Posten. Aus Sorge, die Tage an der Regierung könnten schon bald wieder gezählt sein, greife sie besonders dreist und plump nach den Pfründen, schreibt er. Oft würden nicht einmal die Compliance-Regeln beachtet.

Mölzer wirft der Öffentlichkeit und auch den Medien vor, mit zweierlei Maß zu messen, wenn es um Postenschacher im staatsnahen Bereich geht. Was bei ÖVP und SPÖ als selbstverständlich genommen werde, gelte als Skandal, wenn es die FPÖ betreffe. Was so nicht stimmt. Der „Proporz“, wie die proportionale Aufteilung von Posten zwischen den Regierungsparteien behübschend genannt wird, stand schon immer im heftigen Kreuzfeuer medialer Kritik. Nur genützt hat es nichts.

Einer der Profiteure freiheitlicher Besetzungskunst ist Peter Sidlo. Ein Gutachten, das ihm mangelnde Eignung bescheinigt, hinderte den Aufsichtsrat der Casinos Austria AG nicht, ihn zum Finanzvorstand des großen Konzerns zu machen, der zum Teil dem Staat gehört. Falls Sie sich übrigens nicht mehr so recht auskennen in der verzwickten Causa: Unsere Wirtschaftsredaktion beantwortet heute die wichtigsten Fragen zu den undurchsichtigen Vorgängen im Glücksspielkonzern.

Einen glücklichen Sommertag wünscht Ihnen

Kommentare (1)

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mobile49
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2
Lesenswert?

Kann man etwas verspielen

was man nie hatte ?

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