Dem russischen Revolutionär, Parteiführer und Diktator Wladimir I. Lenin wird ein markanter Satz zugeschrieben: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Nach den Ereignissen der letzten Wochen muss man zu dem Schluss kommen, dass dies nicht nur für eine kommunistische Kaderorganisation, sondern auch für die österreichische Wirtschaftskammer gilt. Kein Tag, an dem nicht vom enormen Vertrauensverlust, den ihr Präsident ausgelöst hat, die Rede war. Aber das ist kein Einzelfall. Postenschacher, Korruptionsaffären, gebrochene Wahlversprechen und eine Regierung, die nicht einmal das eigene Budgetdefizit beziffern kann – woher, so fragt man sich, soll denn das Vertrauen in die Politik eigentlich kommen?