Donald Trump ist wieder zurück, und er gibt sich radikaler und kompromissloser denn je. In Europa begehen immer noch viele den Fehler, ihn als politisches Irrlicht abzutun, als wirren Dummkopf. Aber seit seiner triumphalen Wiederwahl sollte es selbst dem Begriffsstutzigsten dämmern: Der Mann ist alles andere als ein Betriebsunfall der Geschichte. Und er hat eine klar umrissene Agenda, an der er in seiner Inaugurationsrede im Kapitol von Washington keine Zweifel ließ. Seine Lästereien gegen die Windkraft, die Aufkündigung des Pariser Klimaabkommens und die Wiederaufnahme von Öl- und Gasbohrungen im großen Stil, der Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Ankündigung, künftig nur noch zwei Geschlechter anzuerkennen, die Schutzzollpläne und seine unverhohlen imperialistischen Drohungen, sich den Panamakanal „zurückzuholen“, das alles fügt sich zu einem klar umrissenen politischen Projekt zusammen, das sich am besten wohl als große antimodernistische Wende charakterisieren lässt.
Morgenpost
Vorwärts in die Vergangenheit: Wie Donald Trump das Rad der Zeit zurückdrehen möchte
© AFP / Chip Somodevilla