Es gab einige Bilder, die er von sich besonders mochte. Wir haben sie vor uns. Eines, in Schwarzweiß, zeigt ihn am Meer, er lehnt an einem verwitterten Fischkutter. Ein anderes im roten Weihnachts-Rentier-Pullover des GAK, seines Herzensklubs, mit verschränkten Armen und Fanblick, im Hintergrund ein Porträtfoto des Schriftstellers Peter Turrini, mit dem er einen wunderbaren Gesprächsband in der Buchedition der Zeitung herausgebracht hatte. Erinnerungen an die Moderation und Lesung mit beiden im Grazer Literaturhaus, ein ausverkaufter Sommerabend, Open Air, nahe an einem Popkonzert. Auf einem weiteren Foto sitzt er auf einer grünen Holzbank und schaut aus dem Foto hinaus, was er nicht ungern tat, der Blick freundlich und warmherzig, wem er galt, es ist nicht zu sehen. Und dann ist da noch eines mit direktem Blick ins Objektiv, mit einer Hand formt er ein Gebilde, das ein Herz sein könnte. Spieler machen es oft mit beiden Händen, wenn sie nach einem Tor auf die Kameras zulaufen. Es ist das Foto, das die Kulturredaktion gestern für den Nachruf ausgewählt hat, noch unter dem Eindruck des Entsetzens, den die Nachricht vom Tod Werner Krauses ausgelöst hatte. Sie traf uns unvorbereitet.
Zum Tod von Werner Krause
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