Ein Privatsender-Format, das es seit 15 Jahren gibt, schaffte es in den vergangenen Tagen unfreiwillig in die breite Öffentlichkeit. „Falter“-Chefredakteur Florian Klenk, Vizekanzler Andreas Babler und die Frauensprecherinnen aller Parlamentsparteien, mit Ausnahme der FPÖ, kritisierten die neueste Episode von „Das Geschäft mit der Liebe“ scharf als frauenverachtendes Fernsehen. ATV reagierte, nahm besagte Folge und alle weiteren vorerst aus dem Programm.

Programmchef Thomas Gruber, der auch Senderchef von Puls4 ist, wünscht sich im Interview mit der Kleinen Zeitung, das Format „in seiner Gesamtbotschaft“ zu sehen, verweist auf den 55-prozentigen Anteil an Seherinnen und erklärt wie die Sendungsmacher zu den ausländischen Kandidatinnen kommen.

Die Nachfrage nach Reality TV sei ungebrochen groß, sagt Gruber: „Das Publikum entscheidet, was es sehen will und wir versuchen publikumsrelevante Themen aufzugreifen.“ Ob sich der Medienminister, wie von Andreas Babler angekündigt, bei der ATV-Geschäftsführung gemeldet hat, will der ATV-Programmchef nicht verraten.