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''Ewige Regentschaft''Queen hat Kaiser Franz Joseph überflügelt

Queen Elizabeth II. ist mit dem heutigen Tag länger im Amt als Österreichs Langzeit-Kaiser Franz Joseph I.

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© (c) APA/AFP/LINDSEY PARNABY
 

Mit dem heutigen Sonntag ist Queen Elizabeth II. 24.826 Tage (oder 67 Jahre und 354 Tage) im Amt. Damit hat die britische Königin in punkto Zeit auf dem Thron Österreichs Langzeit-Kaiser Franz Joseph I. geschlagen. Der Habsburger brachte es auf 24.825 Tage.

Kaiser Franz Joseph trat am 2. Dezember 1848 die Nachfolge von Ferdinand I. an. Dieser legte die Regierungsgeschäfte zugunsten seines Neffen nieder, weil ihn die revolutionären Erhebungen in jenem Jahr in seiner Position angreifbar gemacht hatten. Historiker attestierten ihm Geistes- bzw. Führungsschwäche. Franz Joseph blieb Kaiser bis zu seinem Tod während des Ersten Weltkriegs am 21. November 1916. Doch die fast 68-jährige Regentschaft hätte schon nach gut vier Jahren aus sein können: Am 18. Februar 1853 entging Franz Joseph nämlich beim Messerattentat des ungarischen Schneidergesellen Janos Libenyi in Wien nur knapp dem Tod.

Dienst an Land und Familie

Die britische Königin Elizabeth II. übernahm ihr Amt unmittelbar nach dem Tod ihres Vaters, König George VI., am 6. Februar 1952. Bei Erreichen der Volljährigkeit an ihrem 21. Geburtstag im April 1947 hatte sie in einer Radiorede gesagt: "Ich erkläre vor Ihnen allen, dass mein gesamtes Leben - ob lang oder kurz - dem Dienst an Ihnen und dem Dienst an unserer großen, imperialen Familie, zu der wir alle gehören, gewidmet sein wird." Heute ist sie das längst dienende lebende Staatsoberhaupt. Auch hat vor ihr noch keine Frau länger regiert.

Noch zu brechen hat Elizabeth II. den Weltrekord unter den Monarchen, den der französische König Ludwig XIV. aufgestellt hat. Sein Startvorteil war freilich, dass er nicht einmal fünf Jahre alt war, als er am 14. Mai 1643 die Königswürde verliehen bekam. Er behielt sie bis zu seinem Tod wenige Tage vor seinem 77. Geburtstag am 1. September 1715. Ludwig XIV. herrschte damit 72 Jahre und 110 Tage (26.407 Tage).

Die Queen muss sich aber derzeit auch noch dem zweitplatzierten thailändischen König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.) und Fürst Johann II. von Liechtenstein geschlagen geben. Bhumibols Amtszeit ging vom 9. Juni 1946 bis zum 13. Oktober 2016 (25.694 Tage), jene Johanns vom 12. November 1858 bis zum 11. Februar 1929 (25.658). Auch ein Maya-Herrscher liegt in der Rangliste noch vor der 93-jährigen Elizabeth: Pascal der Große soll von Juli 615 bis August 683 amtiert haben.

Im eigenen Land hatte Elizabeth II. bereits am 9. September 2015 ihre Vorgängerin und Ur-Ur-Großmutter Victoria (23.226 tage) überboten. Schon im Jahr 2012 hatte Elizabeth als erst zweite britische Monarchin nach Königin Victoria ihr 60-jähriges und damit diamantenes Thronjubiläum gefeiert. Am 6. Februar 2017 feierte sie dann als erster Monarch in der Geschichte Großbritanniens das 65-jährige oder "Saphir-Jubiläum". Bis zu einem möglichen "Platin-Jubiläum" zum 70. Jahrestag ihres Amtsantritts (6. Februar 2022) sind es noch 742 Tage.

Kommentare (4)

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was wohl Außerirdische

zu so einer Regierungsform dagen würden.
Alle Mensche sind gleich, oder doch nicht?

Kristianjarnig
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Teilweise was @pinsel meint, allerdings etwas differerenzierter:

Zu Zeiten von Franz Josef war das Gesundheitssystem doch etwas unterentwickelter als es es heute ist. Sogar die Briten haben es mittlerweile geschafft etwas besseres als zu Zeiten der Habsburger auf die Beine zu stellen. Kudos^^(nicht wirklich).
ABER - es sind doch immer manche gleicher als der Rest der "Untertanen", sei es in einer Monarchie, sei es in einer Demokratie, speziell in einer Diktatur(logisch).

Die Auffassung das Franz Josef Millionen seiner Untertanen in den Tod schickte mag auf den ersten Blick so gelten.
Hat man sich mit der Zeit vor und um den ersten Weltkrieg genauer beschäftigt dann weiß man das es letztlich nur einen Funken benötigte um das Pulverfaß Europa hochgehen zu lassen. Da steckten wesentlich mehr Interessen dahinter als ein Attentat in Sarajevo - da ging es um Kolonien, ein (für die Briten, so wie meist in der Geschichte, die Vorgänger der USA als "Kriegstreiber" wenn man so mag) zu stark werdendes deutsches Reich und vieles andere mehr.

Der bereits im sterben liegende Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn war sicher nur die allen angenehme Entschuldigung zu den Waffen zu greifen. Und Deutschland war leider zu treu um seinen Beistandseid gegenüber Österreich zu brechen(im Gegensatz zu den "treulosen Tomaten" - also den Italienern, von daher kommt ja der Spruch).

Der 1.WK war noch wesentlich "komplexer" in seiner Entstehung als es z.b. der 2.WK war.

Bruno Kreisky hatte mal bezüglich Geschichte eine recht treffende Aussage gemacht....

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Ihre Ansicht in Ehren

aber Faktum ist, dass ein alter Mann eine Kriegserklärung unterzeichnet hat, die für Millionen Menschen den Tod zur Folge hatte. Was gewesen wäre, hätter dies unterlassen, kann man nicht sagen. Die Pulverfasstheorie versucht nur vom Versagen dieses Monarchen abzulenken, einem völlig unsensiblen, unflexiblen , herrischen Aktentüftler ohne jedes Gewissen.

pinsel1954
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Dienst am Volk tat auch Kaiser Franz Josef.......

.....als er in einem Anfall von Altersstarsinn Millionen Menschen in den Tod hetzte, und das alles für die "Krone" und dem "Vaterland".

Das lange Leben der englischen Königin beweist auch, das England für eine gewisse Bevölkerungsschicht ein hervorragendes Gesundheitssystem hat.
Nur leider nicht für die Masse der Normalsterblichen Bevölkerung im Reich der Königin........