Prozess gegen Matteo SalviniRichard Gere wird als Zeuge aussagen

Gerichtsverhandlung am 23. Oktober in Palermo. Der Lega-Chef muss sich wegen der Blockade eines Flüchtlingsschiffes in seiner Amtszeit als Innenminister verantworten.

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Richard Gere sagt als Zeuge aus
Richard Gere sagt als Zeuge aus © AP (Valerio Nicolosi)
 

US-Starschauspieler Richard Gere wird bei dem 23. Oktober in Palermo geplanten Prozess gegen Italiens Ex-Innenminister und Chef der in Rom mitregierenden Partei Lega, Matteo Salvini, als Zeuge der Anklage teilnehmen. Dies berichtete Salvini bei einer Wahlveranstaltung mit Anhängern seiner Lega in der mittelitalienischen Stadt Assisi am Sonntag.

"Ich kenne Gere als Schauspieler, aber ich verstehe nicht, welche Art von Lehre er mir und den Italienern über unsere Regeln und Gesetze erteilen kann. Wenn jemand glaubt, aus dem Prozess eine Show machen zu können, um Richard Gere zu sehen, sollte er ins Kino gehen, nicht vor Gericht", betonte Salvini.

Der Lega-Chef muss sich wegen der Blockade eines Flüchtlingsschiffes in seiner Amtszeit als Innenminister verantworten. Dem Ex-Minister werden Freiheitsberaubung und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Salvini drohen bis zu 15 Jahre Haft. Mehrere prominente Zeugen, darunter Expremier Giuseppe Conte und amtierende und ehemalige Minister sollen in dem Prozess als Zeugen der Verteidigung geladen werden.

Der Vorsitzende der Lega hatte im August 2019 als Innenminister dem spanischen Rettungsschiff "Open Arms" mit 147 Migranten an Bord sechs Tage lang die Einfahrt in den Hafen von Lampedusa verweigert. Ein ähnliches Verfahren gegen den rechten Politiker war im Mai eingestellt worden. Salvini hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er habe mit seiner Politik der "geschlossenen Häfen" Italien vor einem "Ansturm" von Flüchtlingen geschützt, argumentierte er. Hollywoodstar Richard Gere hatte im August 2019 die auf dem Mittelmeer blockierte "Open Arms" besucht und zu Unterstützung für die Seenotretter aufgerufen.

"Ich werde Gere um ein Autogramm für meine Mutter bitten. Ich würde jedoch gerne wissen, wie viel die italienischen Steuerzahler sein Auftritt vor Gericht kosten wird", sagte der 48-jährige Mailänder.

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