Streit um SängerRostocker Bürgerschaft gegen Konzert von Xavier Naidoo

Der Sänger ist wegen angeblicher Nähe zu Reichsbürgern und QAnon schon lange umstritten. Die Mehrheit der Rostocker Bürgerschaft will deswegen nicht, dass Naidoo in Rostock auftritt. Kritik kommt von der Stadtverwaltung.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Sänger Xavier Naidoo. © AP
 

Die Rostocker Bürgerschaft hat sich gegen ein Konzert des umstrittenen Sängers Xavier Naidoo im kommenden August in der Rostocker Stadthalle ausgesprochen. Die Mehrheit der Bürgerschaft schloss sich am Mittwochabend dem gemeinsamen Antrag der Linken, Grünen und der SPD an. Darin heißt es unter anderem, dass Naidoo den Reichsbürgern und der QAnon-Bewegung nahestehe und rassistische Ressentiments schüre.

Die Bürgerschaft hatte sich bereits im Juni 2020 mit der Forderung einer Absage beschäftigt, der Antrag hatte damals aber keine Mehrheit gefunden. Naidoo tauchte in der Vergangenheit immer wieder im Zusammenhang mit sogenannten Verschwörungsmythen auf - er machte auch umstrittene Äußerungen zur Corona-Pandemie. Nachdem er im März 2020 die Jury der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar" verlassen musste, hatte er Vorwürfe des Rassismus vehement zurückgewiesen. Er war am Donnerstag zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Bedenken über mittelfristige Folgen

Die Rostocker Stadtverwaltung äußerte starke rechtliche Bedenken gegen die Entscheidung der Bürgerschaft. Öffentliche Einrichtungen wie die Stadthalle seien zur Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes verpflichtet. Bei der Vermietung der Einrichtungen dürfe kein Veranstalter oder Künstler ausgeschlossen werden, weil religiöse oder politische Ansichten nicht geteilt werden. Zudem drohe ein Imageverlust für die Stadt, argumentierte die Verwaltung.

Es bestünden Bedenken über die Auswirkungen auf zukünftige ähnlich gelagerte Fälle. Die Stadt laufe Gefahr, dass Künstler, die sich öffentlich kritisch äußern, in Rostock nicht willkommen sind. Wie ein Stadtsprecher am Donnerstag sagte, hat der parteilose Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen nun 14 Tage Zeit, gegen die Entscheidung Widerspruch einzulegen. Dann müsste sich die Bürgerschaft im Juni erneut mit dem Konzert beschäftigen.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

Hapi67
7
0
Lesenswert?

Die Linken,

die Ihren Antisemitismus gegen Israel gerade voll ausleben, inszenieren eine Gefahr von rechts um von Ihren schändlichen Verhalten abzulenken.

Diese Intellektuelle Linke Elite ist mit den neuen Verhältnissen und Begrifflichkeiten der aktuellen Zeit hoffnungslos überfordert und wird dennoch in den Medien verhätschelt und hofiert.

Pauschalverurteilungen, Intoleranz, Diffamierungen, Framing und Stigmatisierung von Andersdenkenden um diese mundtot zu machen und zum Einlenken zum Bringen stehen auf der Tagesordnung.

Vielen Dank

tomtitan
5
3
Lesenswert?

"...gemeinsamen Antrag der Linken, Grünen und der SPD..." - tolerant

sind die nur bei ihrer eigenen (manchmal extremen) Meinung...

a3ccdd246d1d5a448c308fcb056153b
5
3
Lesenswert?

Xavier

Ich frage mich nur, was eigentlich ein Corona-Maßnahmenkritiker mit Antisemitismus oder Rassismus zu tun hat. Das ist eine unglaubliche Diffamierung und Unterstellung.

paulrandig
8
22
Lesenswert?

Meine Güte!

Hätten Bürgerinitiativen unliebsame Konzerte verhindern können, hätten die Beatles wohl einen schweren Start gehabt. Nein, Kunst, wie immer man sie definieren möge, sollte frei sein, so lange niemand gezwungen ist sie zu konsumieren. Es MUSS ja niemand, wenn er nicht will.

Deloni
4
16
Lesenswert?

es

muss ja niemand hingehen

dieRealität2019
5
15
Lesenswert?

Dem muss man zustimmen. Solange keine Gesetze mit dieser Darbietung verletzt werden ist so eine Veranstlatung zu zulassen. Dieses Recht ist einklagbar.

.
Die Rostocker Stadtverwaltung äußerte starke rechtliche Bedenken gegen die Entscheidung der Bürgerschaft. Öffentliche Einrichtungen wie die Stadthalle seien zur Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes verpflichtet. Bei der Vermietung der Einrichtungen dürfe kein Veranstalter oder Künstler ausgeschlossen werden, weil religiöse oder politische Ansichten nicht geteilt werden.