Die 25-jährige Sängerin und Songwriterin Anna-Sophie Heibl aus der Südsteiermark zählt zu den spannendsten Stimmen der österreichischen Popmusik. Mit tausenden Streams auf Spotify, Chart-Erfolgen in mehreren Ländern und einer wachsenden Fangemeinde hat sie sich innerhalb weniger Jahre als Künstlerin in der Branche etabliert.
Anna-Sophie: Südsteirische Popsängerin gibt private Einblicke
In der aktuellen Folge des Podcasts „Backstage bei mir“ spricht Anna-Sophie mit Robert Eichenauer über ihren musikalischen Werdegang, ihre Inspirationen und ihre Ziele.
Für die Künstlerin aus Kitzeck im Sausal hätte die Musik schon immer einen hohen Stellenwert, auch das Schreiben von eigenen Texten habe der 25-Jährigen stets Spaß gemacht. Die ersten Songs schrieb Anna-Sophie noch von Hand in ein eigenes Büchlein, wie sie dem Moderator erzählt. „Sie sind immer noch zu Hause in meinem Zimmer. Wenn es bei uns mal brennen würde, wären das die Sachen, die ich retten würde.“
Zu ihren größten Hits zählen Songs wie „Attack Without Warning“ oder „Breathe“, der sich über 20 Wochen in den Top 10 der Ö3 Austro Charts hielt. Zudem war sie die meistgespielte österreichische Künstlerin 2023 im österreichischen Radio. Der Durchbruch gelang der jungen Frau jedoch mit einer Neuauflage von „Cambodia“, der Song war einer der größten Erfolge von Kim Wilde. „Der Chef von meinem ehemaligen Label hat damals gemeint, wir sollen es mal versuchen. Wir haben ja eh nix zu verlieren. Mir hat damals aber anfänglich ihr Song ‚Kids in America‘ besser gefallen“, erzählt sie im Gespräch.
„Vergessene Perle“ verhalf ihr zum großen Durchbruch
In späterer Folge war Anna-Sophie jedoch voll und ganz von dem Lied überzeugt, es sei für sie „eine vergessene Perle“. Diese Perle hätte ihr in weiterer Folge wortwörtlich Türen geöffnet, heute kann sie von ihrer eigenen Musik leben.
Doch wie kommt sie auf ihre Texte und die Melodien mit Ohrwurm-Potenzial? Der Entstehungsprozess sei sehr unterschiedlich, oftmals kommt ihr zuerst die passende Melodie in den Sinn, in anderen Fällen entsteht der Text zuerst und dann erst werde die passende Musik gesucht. Zu ihren größten musikalischen Vorbildern zählen unter anderem Taylor Swift, Sabrina Carpenter, Olivia Rodrigo.
Anna-Sophie auf den Spuren von Taylor Swift
Die Musik von Swift begleite sie bereits seit jungen Jahren. Besonders inspirierend sei nicht nur die Musik des US-Superstars, sondern vor allem ihre Texte. Es ist eines der Markenzeichen der Popsängerin, die den Grundstein ihrer Karriere legte. Das nahm sich die Südsteirerin zum Vorbild. Swift hätte zwar „keinen Plan, wer ich bin. Aber ich habe so eine emotionale Bindung zu ihr und ihren Songs“.
Daher sei die Absage der drei Konzerte in Wien, die im Rahmen der Eras-Tour stattfinden sollten, eine große Enttäuschung für Anna-Sophie gewesen. „Ich war wenn nicht sogar die Traurigste von allen. Es wäre mein Highlight der letzten 25 Jahre gewesen, die ich auf dieser Erde verbringen durfte. Ich wäre sogar zweimal dort gewesen.“
Anna-Sophie setzt auf persönliche Erfahrungen
Es sei heutzutage nicht mehr selbstverständlich, dass Musiker ihre Lieder selbst schreiben und eigene Erfahrungen damit verarbeiten. Auch die Jungsängerin habe bereits auf vergangene Erlebnisse zurückgegriffen. „Ich kann mich noch erinnern, das erste Lied, das ich geschrieben habe, war mit neun. Damals ist mein Opa gestorben und ich hatte keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll“. Aus dem anfänglichen Gedicht wurde der erste eigene Song, den sie mit einer Klaviermelodie begleitete.
Mit 14 Jahren nahm sie die ersten Lieder auf Englisch auf. Zum damaligen Zeitpunkt sagte ihr ein Produzent jedoch: „Das ist zwar alles schön und gut, aber mit englischer Musik wirst du in Österreich nie wirklich was reißen können“.
Der Erfolg ließ nicht lang auf sich warten. Die Songs der Österreicherin werden mittlerweile im Radio auf und ab gespielt. Es folgten Live-Auftritte und Bühnenshows. Ende Juni wird die Sängerin wieder in der Steiermark performen und ihre Hits am Südsteirerfest Leibnitz zum Besten geben. Anfang November folgt auch ein Auftritt im Orpheum Graz.
Erste kleine Shows und großes Lampenfieber
Bei den ersten Shows hatte die Südsteirerin jedoch mit extremem Lampenfieber zu kämpfen. „Ich wusste echt nicht, was ich machen soll. Mein Herzschlag war in meinem Kehlkopf. Das erste Mal habe ich mich die ganze Show nicht vom Mikrofonständer weggetraut“.
Ein Studium in St. Gallen hat Anna-Sophie für die Musik aufgegeben, nun sei ihr Hobby zum Beruf geworden. Obwohl die Musikerin seit Kindheitstagen sehr ehrgeizig ist, will sie sich nicht von Konkurrenzdenken beeinflussen lassen. Neben der Musik gehört das Motorradfahren zu ihren größten Leidenschaften. Doch den meisten Adrenalinausstoß gäbe es bei Auftritten auf der ganz großen Bühne.
Anna-Sophie: Das ist ihr liebster Rückzugsort
Trotz des großen Zuspruchs und ihrer wachsenden Fangemeinde, ist ihr der plötzliche Erfolg noch nicht zu Kopf gestiegen. Ihr Rückzugsort in der Südsteiermark erdet sie. Am elterlichen Bauernhof fühle sie sich pudelwohl, fahre selbst mit dem Traktor über die Felder oder kümmere sich um die Tiere. In späterer Folge könnte sich die 25-Jährige auch vorstellen die Landwirtschaft zu übernehmen, die emotionale Bindung zu diesem Ort sei zu stark, um den Betrieb zu verkaufen.
Ihre Pläne für die Zukunft sind vielfältig, die junge Sängerin setzte seit Jahren auf das Manifestieren ihrer Ziele und Träume. „Ich kann mir vorstellen, dass ich in 15 Jahren auch am Roten Teppich der Grammys oder der Met-Gala sein werde“. Anna-Sophie sehe das nicht als Selbstüberschätzung oder Arroganz, es sei wichtig ein selbstbewusstes Auftreten zu haben. „Wenn du selbst nicht daran glaubst, dass du gut bist, warum solltest du andere davon überzeugen, dass du gut bist?“
Steirische Sängerin hat große Zukunftspläne
Trotz allem könne sie gut mit Kritik umgehen, auch, wenn ihrem Umfeld ein Song nicht so gefalle, stehe sie hinter ihrer Musik. „Wenn mir das Lied gefällt, bringe ich es trotzdem raus“. Man könne mit Musik nicht den Geschmack von jedem treffen, daher versuche sie, sich die Negativkommentare nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. „Man müsste schon ein Roboter sein, dass dich Kritik nicht verletzt.“ Aber der Fokus auf ihre Leidenschaft helfe dabei, solche Äußerungen auszublenden. Sie glaube an ihre Musik und stehe hinter jeder Zeile, die sie schreibe.
Früher hätte sie davon geträumt, dass ihre Songs im Radio gespielt werden, für die Zukunft wünscht sie sich mehr. „Jetzt träume ich davon, dass ich die Österreicherin bin, die es mit ihrer Musik aus Österreich rausschafft“.