Der einst gefeierte Starkoch Alfons Schuhbeck (75) erlebt hinter Gittern eine zunehmend schwierige Zeit. Nachdem er im Oktober 2022 wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 2,3 Millionen Euro zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden war, droht ihm nun weiteres juristisches Ungemach. Eine neue Anklage wegen Insolvenzverschleppung, Subventionsbetrugs und weiterer Delikte steht bevor, was seine Situation erheblich verschärft.
Neue Anklage mit weitreichenden Vorwürfen
Die Staatsanwaltschaft München hat gegen Schuhbeck eine umfangreiche Anklage erhoben. Ihm werden Insolvenzverschleppung in neun Fällen, Betrug in vier Fällen, versuchter Betrug in fünf Fällen und Subventionsbetrug in 19 Fällen vorgeworfen. Zudem soll er in 479 Fällen Sozialversicherungsbeiträge seiner Mitarbeiter nicht oder verspätet abgeführt haben. Besonders brisant: Während der Corona-Pandemie soll Schuhbeck unberechtigt staatliche Hilfen in Höhe von rund 460.000 Euro beantragt und erhalten haben.
Das Landgericht hat die Anklage bereits zur Hauptverhandlung zugelassen. Der Prozessbeginn ist für den 24. Juni 2025 angesetzt, mit weiteren Verhandlungsterminen am 1. und 2. Juli sowie einem möglichen Urteil
Verlust von Hafterleichterungen
Aufgrund der neuen Anklage wurden Schuhbeck sämtliche Hafterleichterungen entzogen. Zuvor befand er sich im offenen Vollzug der JVA Rothenfeld und durfte die Anstalt zwei Tage im Monat verlassen. Nun sind Freigänge, Arbeitserlaubnis und private Arztbesuche gestrichen. Sein Anwalt Nicolas Stieger berichtet, dass sich Schuhbecks Situation seit der neuen Anklage „massiv schlechter“ entwickelt habe.
Alltag in der JVA Rothenfeld
Trotz der schwierigen Umstände versucht Schuhbeck, seinen Alltag in der JVA Rothenfeld zu gestalten. Er liest viel und hält sich körperlich fit. Zudem darf er im landwirtschaftlichen Betrieb der Anstalt mitarbeiten. Ein kleiner Lichtblick: Kater „Garfield“, das Maskottchen der JVA, sorgt bei den Insassen für gute Laune. Allerdings muss Schuhbeck nun auch auf seine geliebte Schokolade verzichten, da der Verkauf in der Anstalt eingestellt wurde und die verbleibenden Bestände rationiert werden.
Während sich viele seiner früheren Weggefährten von ihm abgewandt haben, erhält Schuhbeck weiterhin Unterstützung von der Kabarettistin Monika Gruber. Im September 2024 besuchte sie ihn im Gefängnis und brachte ihm ein kleines Geldgeschenk mit. Auch sein langjähriger Freund Arnold Schwarzenegger erkundigte sich telefonisch nach seinem Befinden.
Verlängerung der Haftzeit droht
Sollte Schuhbeck im kommenden Prozess erneut verurteilt werden, droht ihm eine Verlängerung seiner Haftzeit. Rechtsanwälte schätzen, dass er frühestens Ende September 2026 entlassen werden könnte.
Der bevorstehende Prozess wird entscheidend für Schuhbecks Zukunft sein. Angesichts der schweren Vorwürfe und der bereits verbüßten Haftzeit steht viel auf dem Spiel. Ob und wie er sich rehabilitieren kann, bleibt abzuwarten.