Schauspieler und Produzent Alec Baldwin sorgt nach dem tödlichen Vorfall am Filmset des Westerns „Rust“ erneut für Schlagzeilen. Er hat nun seinerseits Klage gegen die Staatsanwaltschaft und Ermittler eingereicht. Es handelt sich um die nächste juristische Entwicklung nach dem tragischen Vorfall am Filmset des Westerns „Rust“ im Jahr 2021. Damals kam es zu einem fatalen Schuss, den er selbst abgab, der Kamerafrau Halyna Hutchins das Leben kostete und die Filmindustrie erschütterte. Der Prozess wurde im Juli 2024 überraschend eingestellt, das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Baldwin offiziell abgeschlossen, die Anklage fallen gelassen.

Am 21. Oktober 2021 wurde Hutchins während der Proben zu einer Szene auf der Bonanza Creek Ranch in New Mexico versehentlich erschossen. Alec Baldwin, Hauptdarsteller und Produzent des Films, hatte eine Requisitenwaffe in der Hand, die mit scharfer Munition geladen war. Ein weiterer Mitarbeiter, Regisseur Joel Souza, wurde bei dem Vorfall verletzt. Die Tragödie löste eine weltweite Debatte über Sicherheitsstandards und Verantwortlichkeiten am Filmset aus.

Baldwin im Mittelpunkt der Ermittlungen

Nach dem Vorfall stand Alec Baldwin im Mittelpunkt der Ermittlungen. Zunächst betonte er mehrfach, er habe die Waffe nicht bewusst abgefeuert und sei von Fachleuten am Set über die Sicherheit der Requisite informiert worden. Dennoch wurde ihm sowie weiteren Beteiligten fahrlässiges Verhalten vorgeworfen. Die Ermittlungen führten zu juristischen Auseinandersetzungen, darunter auch zivilrechtliche Klagen der Familie von Halyna Hutchins.

Parallel dazu wurden neue Sicherheitsrichtlinien in der Filmindustrie gefordert. Produktionsfirmen überarbeiteten ihre Richtlinien für den Umgang mit Waffen am Set, und es gab Forderungen nach einem Verbot von echten Schusswaffen in Filmproduktionen.

Anwalt: „Schwerwiegende Fehler“ der Ermittler

Die aktuelle Klage Baldwins richtet sich gegen die Staatsanwaltschaft und die Ermittler des Falls. Sein Anwalt erklärte, dass die Ermittler schwerwiegende Fehler begangen hätten, die Baldwins Ruf nachhaltig geschädigt haben. Insbesondere wirft Baldwin den Ermittlern vor, vorschnelle und unzureichend begründete Anschuldigungen erhoben zu haben. Er argumentiert, dass die Behauptung, er habe fahrlässig gehandelt, weder durch Beweise gestützt sei noch den Tatsachen entspreche. Er wirft den Staatsanwälten in dem Fall und den Behörden des Santa Fe County Sheriff‘s Office konkret „böswilligen Missbrauch des Verfahrens, absichtliche Vernichtung von Beweisen und Verleumdung und Verletzung des New Mexico Civil Rights Act“ vor. Das berichtet das US-Magazin People.

Darüber hinaus kritisiert Baldwin die Staatsanwaltschaft für deren Umgang mit Beweismitteln und die Veröffentlichung sensibler Informationen. Diese hätten nicht nur seine Karriere, sondern auch sein Privatleben massiv belastet. Die Klage fordert eine umfassende Entschädigung sowie die Aufarbeitung des Ermittlungsprozesses. Die Parteien seien „geblendet von ihrem Wunsch“ gewesen, ihn als Sündenbock „aus den falschen Gründen und um jeden Preis“ für die tödlichen Schüsse verantwortlich zu machen, ließ Baldwin über seine Anwälte erklären. Baldwin fordert Schadenersatz, die Höhe ist noch unbekannt.