Unlängst kritisierte ORF-Journalist Armin Wolf in seinem Blog, dass FPÖ-Chef Herbert Kickl lieber FPÖ-nahen oder -eigenen Medien Interviews gebe. Mehr als 50 ZiB2-Anfragen soll er in den vergangenen Jahren abgelehnt haben. Am Dienstag nahm er schließlich anlässlich des einjährigen Bestehens der schwarz-rot-pinken Koalition, doch im Studio der ZiB2 Platz.
Die Entscheidung, im vergangenen Jahr von den Regierungsverhandlungen mit der ÖVP aufzustehen, sei richtig gewesen, sagte der Oppositionschef eingangs. „Der Wählerauftrag war ganz klar, eine große Veränderung vorzunehmen.“ Er habe „versucht, dem Willen der Bevölkerung zum Durchbruch zu verhelfen“. Doch das sei mit der ÖVP nicht möglich gewesen.
„Die FPÖ ist die einzige Alternative zur Einheitspartei“
Gespannt hat man auf den Auftritt des FPÖ-Chefs gewartet - so auch unsere Userinnen und User. Die Meinungen sind gespalten, wenn es um Herbert Kickl geht. So auch diesmal. Einige Forumsteilnehmer empfanden das Interview als gut. Der FPÖ-Chef hinterließ bei einigen einen positiven Eindruck. „Morpheus17“ schreibt dazu: „Herbert Kickl hat gezeigt, wie er als Kanzler dieses Land wieder blühen lässt. (...) Die FPÖ ist die einzige Alternative zur Einheitspartei. Und ja, die FPÖ hat über 4000 Anfragen an die Regierung gestellt. 4000 Anfragen wurden allerdings auch in den letzten Jahren gestellt. Nur haben in den letzten Jahren auch andere Parteien Anfragen gestellt. Heute ist die FPÖ die einzige Oppositionspartei.“
Auch „Schafam“ lobt Kickl nach dessen Auftritt im ORF: „Als neutraler Beobachter darf ich sagen, dass Herbert Kickl sowohl im Auftreten als auch in der Argumentation dem Triumvirat Stocker, Babler und Meinl-Reisinger klar überlegen ist!“
„Adler48“ sieht unterdessen die ganze Situation recht pragmatisch und meint: „Der Kickl wird wohl nicht aufzuhalten sein. Einige Dinge wird er besser machen, (...) z. B. die ORF-Zwangsabgabe durch Volksabstimmung streichen.“
„Unsere Regierung ist schon ok - besser als Kickl“
Lob und Kritik – beides erntete der FPÖ-Chef von unseren Forumsteilnehmern. Einige zogen jedoch ernüchterndere Resümees und sparten nicht mit Tadel, wie „Hardy1“: „Kickls Dauermonolog ohne Punkt und Komma war nichtssagend und nur zum Gähnen ... wiederholtes Aufzählen von Feindbildern und Schauermärchen ohne irgendwelche Lösungsansätze (...).“
„Karla1701“ unterstreicht zudem, was man an der aktuellen Regierung schätzen könne: „Unsere Regierung ist schon ok, auf jeden Fall besser als Kickl und (sie) haben schon einiges weitergebracht (...).“ Und „feringo“ empfand die Interview-Führung als sehr gut. So könne sich der Zuseher über Kickls Aussagen Gedanken machen: „Gut gemanagt, diese ZiB2. Kickl lange reden lassen war sehr klug. Dadurch kann der Zuseher einschätzen, wie lange er einerseits nur kritisiert und wie wenig Zeit er für Vorschläge aufwendet, die obendrein mehr Schlagworte als Konkretisierungen waren. Kein einziges Mal ein gesamt durchdachter Vorschlag. Jede positive Änderung hat irgendwo negative Nebenwirkungen. Nichts von dem, obwohl er so viel Zeit gehabt hat.“