Leserbriefe zu „Syrische Familie erhält 9000 pro Monat“, 25. 5.

In den letzten Wochen sind zahlreiche Artikel erschienen, die viele Menschen in Österreich berühren. Dazu zählen Berichte über Pensionistinnen, die von 15 Euro am Tag leben müssen, während Familien mit Migrationshintergrund teilweise monatlich hohe Sozialleistungen erhalten. Diese Berichte sind keine Erfindungen, sondern Realität, die viele von uns längst spüren. Es geht nicht darum, Menschen aus anderen Ländern oder Kulturen die Schuld zu geben. Sie handeln so, wie es das System erlaubt. Das Problem liegt im System selbst, das solche Ungleichgewichte ermöglicht.

Viele Österreicher sind mit Bescheidenheit und harter Arbeit groß geworden. Sie nehmen hin, was ihnen zugestanden wird, auch wenn es kaum zum Leben reicht. Doch wenn diese Menschen dann sehen, dass andere ohne ähnliche Lebensleistung bessergestellt sind, entsteht ein Gefühl der Ungerechtigkeit, das nicht einfach wegerklärt werden kann. Es ist nicht nur ein „Gefühl“, es ist eine Tatsache, die unsere Gesellschaft zunehmend belastet.

Wenn Politik und Medien weiterhin beschwichtigen oder solche Missstände nicht angehen, wird das langfristig zu ernsten gesellschaftlichen Spannungen führen – nicht aus Fremdenfeindlichkeit, sondern weil die Menschen das Vertrauen verlieren, dass in unserem Land noch Fairness und Gerechtigkeit gelten. Ich appelliere daher an die Verantwortlichen: Hören Sie auf die Sorgen der Bevölkerung. Schaffen Sie klare, gerechte Regeln, die Integration fördern, aber auch Missbrauch verhindern. Nur so kann der soziale Frieden in Österreich erhalten bleiben. Bernhard Monai, Maria Saal

Erschüttertes Vertrauen

Eine syrische Familie soll rund 9000 Euro pro Monat erhalten. Für viele wirkt das wie ein Schlag ins Gesicht – insbesondere für jene, die täglich hart arbeiten, ihre Steuern zahlen und dennoch Mühe haben, ihre laufenden Kosten zu decken. Österreich ist ein Sozialstaat – und das ist gut so. Menschen in Not sollen unterstützt werden, unabhängig von ihrer Herkunft. Doch wenn der Eindruck entsteht, dass bestimmte Gruppen überproportional von staatlicher Hilfe profitieren, während andere kaum über die Runden kommen, wird das Vertrauen in die Gerechtigkeit des Systems erschüttert.

9000 Euro pro Monat – das ist ein Betrag, von dem viele österreichische Familien nur träumen können. Es verwundert daher nicht, dass Unverständnis und Wut in der Bevölkerung wachsen. Wie konnte es so weit kommen? Wer legt die Regeln fest? Dass dieser Fall überhaupt möglich ist, zeigt ein Versagen der Politik. Es wurde versäumt, nachvollziehbare Obergrenzen und faire Kriterien für staatliche Unterstützungsleistungen einzuführen. Ein modernes Sozialsystem muss zwei Dinge sicherstellen: Es muss jenen helfen, die tatsächlich Hilfe brauchen, und gleichzeitig gerecht und nachvollziehbar bleiben. Wenn Sozialleistungen in einem Ausmaß gewährt werden, das den Durchschnittsverdienst eines österreichischen Arbeitnehmers weit übersteigt, läuft etwas falsch.

Dringend notwendig ist eine Reform der Mindestsicherung und Familienbeihilfe. Unterstützungsmodelle müssen leistungsgerecht, transparent und nachhaltig gestaltet werden. Obergrenzen, die sich an Durchschnittseinkommen orientieren, könnten ein Schritt in die richtige Richtung sein. Viele Familien kämpfen mit steigenden Kosten. Dass in diesem Kontext Einzelfälle bekannt werden, in denen staatliche Unterstützung eine fünfstellige Summe pro Monat ergibt, ist nicht nur unverständlich, sondern auch ungerecht. Eine faire Gesellschaft lebt davon, dass sich Leistung lohnt und Hilfe dort ankommt, wo sie tatsächlich gebraucht wird. Dipl.-BVO med. Jörg Wolf, Feldbach

Sachleistungen

Es ist nun einmal so, dass für das Leben in Österreich eine Mindestsicherung festgelegt wurde, die ein Überleben in Menschenwürde ermöglicht. Wenn diese an Familien in Asyl mit vielen Kindern ausbezahlt wird, die noch nie in das Sozialsystem eingezahlt haben, sind solche Summen für hunderttausende Durchschnittseinkommensbezieher unverständlich. Das sollte eigentlich für Politiker zu erwarten gewesen sein. Daher wäre es viel vernünftiger – auch wenn Barzahlung die kostengünstigere Variante für Abdeckung von Unterkunft und Verpflegung ist – auf Sachleistungen umzustellen. Wenn offensichtlich ist, dass Mittellosen das Nötigste zur Verfügung gestellt wird, geht Hetzerei ins Leere! Hans Steiner, Pertlstein

Umdenken

Bei dieser Politik, die man in Österreich und in der EU macht, wundert es nicht, dass immer mehr Menschen rechts wählen. Ich glaube, da muss es bei den Regierungen ein Umdenken geben. Erich Frühbauer, Trofaiach

Besser gelöst?

Mit diesem Geld könnte man in Syrien Hilfe für Großfamilien leisten, damit sie nicht auswandern müssen, sowie auch Rückkehrer unterstützen. Wien hat sich ein großes Sozialpaket aufgeladen, ohne etwas gegen dessen Missbrauch zu unternehmen. Die EU hat es verabsäumt, Wirtschaftsflüchtlingen den Zugang nach Europa zu verwehren und kriminellen Schleusern das Handwerk zu legen. Unser Gesundheitswesen ist durch die übermäßige Inanspruchnahme bereits stark geschwächt, die ÖGK ist am Rande des Ruins. Die FPÖ hat all diese Fehler sofort ausgenutzt, um sich noch besser zu profilieren. Da bleibt nur zu hinterfragen, ob sie das Problem besser gelöst hätte. Hermann Wellisch, Kapfenberg