Leserbriefe zu Sittingers Post „Sehr geehrter Herr Heinz Fischer“, 11. 5., „Heftige Reaktionen auf Fischers Israel-Kritik“, 9. 5.
Im Gazastreifen, flächenmäßig und nach der Einwohnerzahl vergleichbar mit Wien und Heimat der Palästinenser, herrscht schon fast zwei Jahre Krieg. Die Bevölkerung wird, um dem Schrecken des Krieges zu entgehen, von einer Ecke des kleinen Landes in die andere gejagt. Bisher 52.000 Tote. So muss es einem Humanisten wie Alt-Bundespräsident Heinz Fischer wohl erlaubt sein, mahnende Worte an Israels Ministerpräsidenten Netanjahu und sein Kriegskabinett zu richten. Die Bestrafung des palästinensischen Volkes, ausgelöst durch das schreckliche Massaker der Hamas an Israelis, muss ein rasches Ende finden.
Gerald Meir, Krumpendorf
Erhobener Zeigefinger
Solange man Kriege mit Waffengewalt in gute und böse Straftaten unterscheidet, werden wir nie Frieden auf dieser Welt bekommen. Mord ist Mord, egal von wem er begangen wird. Das muss für alle Staatsregierungen, wo kriegerische Auseinandersetzungen stattfinden, gelten. Wenn Herr Fischer, ehemaliger Bundespräsident eines neutralen Staates in Europa nicht mehr seine persönliche Meinung in den Medien darlegen und äußern kann, ohne den Tadel mit dem erhobenen Zeigefinger der veröffentlichten Meinung zu spüren bekommt, dann stimmt es doch, dass man genau aufpassen muss, was man schreiben oder sagen darf.
Schließlich wurde Israels Präsident mit seiner rechts-rassistischen Mit-Regierungspartei völkerrechtlich verurteilt und kann im Ausland verhaftet werden. Selbst die Mehrheit der israelischen Bevölkerung möchte dieses barbarische Vorgehen des Militärs im Gazastreifen beendet sehen. Werner Schäfer, Wagna
Zustimmung
In ihrem Artikel schreiben Sie mir aus der Seele, Herr Sittinger. Ein ehemaliger Bundespräsident gibt seine Meinung zum Gaza-Krieg und zum Ukraine-Krieg ab. Der Sozialist wirft dabei den Israelis nach deren grausamen Schicksal durch die Hamas dieselben Vorwürfe wie Putin als Kriegsaggressor vor.
Herr Sittinger, Sie haben recht in der Annahme, was das in bestimmten Kreisen auslösen kann und wird. Schade, dass Heinz Fischer sich zu so einer Aussage hinreißen lässt. Der ORF wird schon wissen, warum er ihn immer wieder als Experten zur Sonntagabend-Sendung einlädt. Werner Schwabl, Wildon
Zivilcourage
Vielen Dank, Herr Fischer, Zivilcourage ist leider selten geworden in unserer Gesellschaft. Der Altpräsident hat mit seiner mutigen Kritik an der israelischen Kriegsführung in Gaza gezeigt, dass es auch anders geht.
Mit bedachten Worten hat er auf die dortigen Menschenrechtsverletzungen hingewiesen. Tägliche Bomben, keine medizinische Versorgung und seit zwei Monaten ein Aushungern von zwei Millionen Menschen, durchgeführt von einer rechtsradikalen Regierung! Das muss ausgesprochen werden. Danke dafür! Christian Kos, Reifnitz
Schutzlos
Heinz Fischer beschuldigt Israel, einen Krieg gegen die Bevölkerung von Gaza zu führen. Die terroristische Hamas erwähnte er mit keinem Wort. Nach dem Holocaust gibt es nur eine Erkenntnis für Juden, nämlich, dass sie ohne Eigenschutz schutzlos sind, dass ihnen niemand zu Hilfe kommen wird, dass Antisemitismus seine Form ändert, dass sie trotz Teilhabe an der Mehrheitsgesellschaft nie dazugehören werden.
Die logische Konsequenz daraus war die Staatsgründung Israels, aber auch die Wehrhaftigkeit im Falle eines genozidalen Angriffs wie dem 7. Oktober 2023. Denn sie mussten angesichts eines Feindes, der nur in der Auslöschung die Erlösung sieht, wehrhaft sein.
Werner Stitz, Voitsberg
Kein Antisemitismus
Endlich eine offizielle Reaktion unseres Ex-Bundespräsidenten gegen die Vernichtung der Palästinenser im Gaza-Streifen. Ärzte ohne Grenzen berichtet, dass sie die Menschen in den Spitälern nicht mehr ernähren können und sogar Babys verhungern. Der Treibstoff zum Betrieb der Intensivstationen reicht nur mehr für wenige Tage.
Israel sperrt seit Wochen die Lieferung von Lebensmitteln, Treibstoff und Wasser, das sind Kriegsverbrechen, aber ganz Europa schaut weg. Diese Anklagen haben nichts mit Antisemitismus zu tun, es ist eine Tötung und Vertreibung der Bevölkerung.
Dipl.Ing. Albert Winterstätter, Graz