Offen gesagt: „Die Iden des Merz“, 2. 2.

Friedrich Merz, der Chef der CDU, bediente sich, um das durchzubringen, was er möchte, der rechtsradikalen AfD als Mitunterstützerin, was erstmals gelang. Alles war entsetzt. Beim bald erfolgten zweiten Versuch stürzte Merz ab, wieder mit der AfD, weil sogar ein Teil seiner eigenen CDU-Fraktion mit den anderen Parteien dagegenstimmte. Somit hatte Merz keine Mehrheit. So sieht also die stets beschworene „Feuermauer“ gegen die Rechtsradikalen aus. Sie bröckelt schnell, denn nun kann man die CDU wohl nicht mehr wählen, weil man sich nicht mehr darauf verlassen kann, dass die CDU keinesfalls eine AfD in ihre Regierung nehmen würde. Vertrauen weg!

Ganz gleich liegen die Dinge in Österreich mit der ÖVP, die ständig wiederholt hat: Nein, mit der FPÖ – unter Kickl – keinesfalls und dazu erklärte, warum nicht. Und dann: umgefallen und komplette Kehrtwende um 180 Grad. Und nun wird die ÖVP genau den, zuerst entschieden abgelehnten, Kickl zum Bundeskanzler wählen. Wundert man sich in Politikkreisen noch immer darüber, dass die Wählerschaft kein Vertrauen zur und in die Politik hat? Warum? Weil jegliche Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit fehlen. Das ist einer der Gründe für die Politikverdrossenheit.
Herbert Guttenbrunner, Köttmannsdorf

Wahlhilfe

Was in der allgemeinen Empörung über Rechts untergeht: Merz hat für jenen Teil der Bevölkerung, die für ein weiter wie bisher ist, für weitere unbegrenzte Zuwanderung, für weiterhin unzureichenden Schutz für die Bevölkerung, eine Entscheidungshilfe für die Wahl ermöglicht. Die Bevölkerung hat nun einen guten Überblick darüber, welche Fraktion was bietet.
Erwin Greitler, St. Peter-Freienstein

Keine Alternative

Höchst bemerkenswertes Statement des von mir sehr geschätzten Hubert Patterer! Man ist geneigt, ihm recht zu geben oder zumindest den Wunsch vieler nach härteren Migrationsgesetzen zu verstehen. Dann sieht man wieder Reden und Interviews von Alice Weidel, Björn Höcke und anderen AfD-Politikern (besser: AfD-Polemikern), und weiß sofort, dass man mit dieser Partei unter gar keinen Umständen kooperieren darf.

„Alternative für Deutschland“, welch putziger Name für eine Partei, die offen und bis dato fast ungestraft für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Inhumanität, Ausländerhass, Antisemitismus und dergleichen steht. Ich denke nicht, dass Patterer auch nur ein einziges Zitat eines AfD-Politikers gutheißt, umso mehr verwundert mich seine Analyse zur Aktion von Friedrich Merz, der selbst jede Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen hatte, und nun eine partielle Kehrtwendung vollzogen hat. Und: Nur ohne politische Parteien wie die AfD ist ein souveräner Staat überhaupt erst möglich!
Gerald Viehweger, Gutenberg

Stimme der Vernunft

Lassen Sie mich noch ergänzend anführen, dass die Sozialdemokratie in beiden Ländern den abhanden gekommenen Intellekt längst durch „moralische Selbstvergewisserung“ ersetzt hat. Wohl im Fahrwasser der Grünen, die darin Meister sind und denen sie die Kulturschickeria und die Blasenbewohner nicht gänzlich überlassen will. Es tut gut, in der medialen Wüste der beiden Länder jetzt langsam wieder Stimmen der Vernunft zu hören. Jene der moralinsauren Wahrheitsverkünder hatten wir lange genug in ihrer Dominanz.
Erich Häusle, Hohenems