Wer sich kurz vor der Bescherung am Heiligen Abend noch einmal mit den Liedtexten der Weihnachtsklassiker vertraut machen möchte, muss heute keine altgedienten Liedsammlungen hervorholen. Suchmaschinen wie Google machen‘s einem leicht und präsentieren gleich alle wichtigen Informationen zum gesuchten Lied. Kurios: Ausgerechnet beim österreichischen Adventklassiker „Es wird scho glei dumpa“ gibt Google an, die Künstlerin sei die amerikanische Rapperin Nicki Minaj.
Wie kommt es nun, dass die „Queen of Rap“, die im karibischen Inselstaat Trinidad und Tobago geboren wurde, mit „Es wird scho glei dumpa“ in Verbindung steht? Schließlich ist Minaj (“Starships“, „Anaconda“) weltweit gefeiert, sie arbeitet immer wieder mit Größen wie David Guetta oder Alicia Keys zusammen. Eine Hip-Hop-Neuinterpretation von „Hei Hei, Hei Hei, Schlaf siass, herzliabs Kind“ klingt ja wirklich hörenswert.
Doch wir müssen alle Fans in Österreich leider enttäuschen, es handelt sich bloß um eine Verwechslung. Google scheint nämlich zwischen der Rapikone Nicki Minaj und der Schlagersängerin Nicki aus Niederbayern nicht zu unterscheiden. Die deutsche Sängerin veröffentlichte in den 80er-Jahren ein Weihnachtsalbum, auf dem „Es wird scho glei dumpa“ auch enthalten ist. Zumindest beim Jahr hat sich Google hier nicht geirrt - es zeigt an, das Lied sei von 1985. Da war die Rapperin Minaj, die im Dezember Geburtstag hat, gerade einmal zwei Jahre alt.
Text stammt aus Oberösterreich
„Es wird scho glei dumpa“ ist wohl das bekannteste Weihnachtslied im österreichischen Dialekt. Den Text schrieb der katholische Geistliche Anton Reidinger aus Oberösterreich Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Inspiration für das „Krippllied“ dürfte laut Überlieferung das Krippenspiel auf Bad Ischl gewesen sein. Die Melodie hingegen ist schon weit älter, sie geht auf ein Marienlied aus dem Jahr 1727 zurück.
Inzwischen sangen zahllose heimische Pop- und Schlagerstars von Andreas Gabalier über DJ Ötzi bis Melissa Naschenweng das beliebte Mundartlied. Eine Version von Nicki Minaj hat uns das Christkind leider noch nicht unter den Baum gelegt.