Sind Zecken wirklich so gefährlich, wie man immer wieder zu hören bekommt?
THOMAS NEMETH: Die Zecke an sich ist nicht gefährlich, die Krankheitserreger, die sie möglicherweise überträgt schon. Der Blutverlust, der mit einem Zeckenbiss einhergeht, stellt im Regelfall kein Problem dar.

Welcher Blutverlust? Das hört sich aber doch nicht ungefährlich an.
Zecken ernähren sich von dem Blut ihrer Wirte. Häufig von Zeckenbefall betroffene Stellen am Körper von Hunden sind beispielsweise der Kopf, der Nacken, die Schultern und die Brust. Stellen, die beim Spaziergang den blutsaugenden Parasiten am nächsten kommen.

Tierarzt Thomas Nemeth ordiniert in Zeltweg
Tierarzt Thomas Nemeth ordiniert in Zeltweg
© Martina Pachernegg

Welche Krankheiten kann die Zecke nun übertragen?
Wird ein Hund von einer Zecke gebissen, können die Blutsauger über ihren Saugapparat verschiedene Krankheitserreger auf die Haustiere übertragen. Darunter sind die Erreger von Krankheiten wie Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose oder FSME. Gegen die Borreliose gibt es zum Beispiel eine gut wirksame Impfung. Wichtig ist, den Hund nach einem entdeckten Zeckenbiss zu beobachten. Wenn sich die Einbissstelle entzündet, sollte man einen Tierarzt aufsuchen

Wie entfernt man nun eine Zecke im Hundefell richtig?
Die Zecke sollte mit einer Pinzette oder einer entsprechenden Zange aus der Haut gezogen werden. Es kann vorkommen, dass man dabei ein paar Hundehaare erwischt. Das ist nicht so schlimm und ist schwer zu vermeiden. Beim Herausziehen kann ein leichtes Drehen der Zecke notwendig sein. Falls Reste des Kopfes in der Haut stecken bleiben, sollte man den Bereich beobachten. Keinesfalls sollte man die Zecke mit den Fingernägeln herausholen. Davon rate ich strikt ab. Blutungen unter den Nägeln können eine Infektion des Menschen mit einem der Krankheitserreger der Zecke möglich machen. Auch das Ausdrücken der Zecke ist zu unterlassen.