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Briefe zu OsternLiebe Leonie...

© Ivan Kruk - stock.adobe.com (Ivan Kruk)
 

Ach, wie mir abgegriffene Phrasen doch jeden Text verleiden können. „Jenseits von Afrika“ ist sicher eine Königin dieser Kategorie. Kaum ein Text über den wundervollen Kontinent, der nicht mit jenem Filmtitel spielt. Ich hätte Dich ermutigt, die Erinnerungen an Deine Zeit in Senegal anders zu überschreiben. Dass er für Dich aber zur schmerzvollen Wahrheit werden sollte, kam uns am Jahresanfang ebenso wenig in den Sinn, wie wir uns nicht ausmalen konnten, dass Corona das Leben weltweit zum Stillstand bringen könnte. Nun ist es so. Und Du sitzt in Berlin statt in Tambacounda.

Dabei wolltest Du genau das nicht, das entbehrungsreiche Lernen für einen Hochglanzabschluss nicht ersetzen durch den nächsten Lernmarathon. Jus, Politik oder Internationale Beziehungen, irgendetwas, was Dich in die Welt hinaustragen und Dir ein Gerüst geben soll für eine Aufgabe etwa in einer internationalen Organisation. Aber zunächst einmal ein Jahr Auszeit. Das Leben einatmen. Am besten ein Praktikum im französischsprachigen Ausland, wo man schon mitgestalten kann und konkret helfen.

Deine Zielstrebigkeit habe ich schon bestaunt, als Du noch ein Kind warst, auch wenn ich das nicht immer so zeigen kann. Den Platz hast Du Dir mühselig selbst organisiert. Dann war nach nur drei Wochen Schluss. Raus innerhalb von Stunden, weil niemand ahnte, was Corona anrichten wird. Dies- und jenseits von Afrika. Doch dann war da dieser Mann am Flughafen in Dakar, der Dich am Gate nicht in den Flieger lassen wollte. Weil eine Deutsche im Einsatz für eine österreichische Organisation in seiner Vorstellung nicht nach Wien fliegen darf, sondern nach Berlin muss.

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