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MechelenEin Stück Österreich mitten in Belgien

Mechelen ist nicht nur eine Stadt im Herzen Flanderns, in der Kunst und Kulinarik einander perfekt ergänzen. Hier erzog auch Margarete von Österreich ihren Neffen Karl zum Kaiser.

Auf ewig mit Mechelen verbunden: Margarete von Österreich und die St. Rumolds-Kathedrale
Auf ewig mit Mechelen verbunden: Margarete von Österreich und die St. Rumolds-Kathedrale © Monika Schachner
 

Marktschreier, Fische aus der nahen Nordsee, Gemüse und Obst aus den gesamten Niederen Landen: Es muss ein lebhaftes Bild gewesen sein, das sich den Besuchern des „Grote Markt“ von Mechelen Anfang des 16. Jahrhunderts bot. Margarete von Österreich hatte die Stadt zum Zentrum der habsburgischen Niederlande gemacht. Ihre Mutter, Maria von Burgund, hatte den Besitz in ihre Ehe mit Kaiser Maximilian aus dem Hause Habsburg eingebracht. Dieser machte Margarete später auch zur Statthalterin.
Später sollte eine noch gewichtigere Aufgabe hinzukommen: die Erziehung ihres Neffen nach dem frühen Tod ihres Bruders Philipp. Jener sollte später als Karl V. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation werden – und ein Imperium regieren, „in dem die Sonne nicht untergeht“.

>>>Die Stadt in Bildern:

Im Herzen Flanders: Mechelen

Prächtige Giebelhäuser, flotte Radler (statt Autofahrer) und gemütliche Lokale: Das Zentrum von Mechelen lädt zum Verweilen ein.

Monika Schachner

Die Österreich-Achse ist an vielen Ecken und Enden sichtbar: So erinnert ein Standbild vor der St. Rumolds-Kathedrale an Margarete von Österreich, Tochter von Maria von Burgund und Kaiser Maximilian aus dem Hause Habsburg - und im 16. Jahrhundert Statthalterin in Mechelen.

Monika Schachner

Bis heute hat der "Grote Markt", der Marktplatz, sein Aussehen nicht verändert. Er ist nach wie vor ein architektonisches Meisterstück.

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Zum Verweilen laden auch die vielen Bierlokale rund um den Platz ein.

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Die älteste (und mittlerweile einzige Brauerei der Stadt) heißt "Het Anker".

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Sie steht für Besichtigungen und Verkostungen offen.

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Gleich dahinter schließt das Beginenviertel an.

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Ab dem Mittelalter schlossen sich diese Frauen in ordensähnlichen Gemeinschaften zusammen. Viele hatten ihre Männer in einem Krieg verloren oder wollten ledig bleiben.

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Zuletzt wurde die Schönheit dieser Viertel wiederentdeckt und die Wohneinheiten revitalisiert.

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Über viele Jahrhunderte hinweg war die Dijle die Lebensader der Stadt.

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Der Fluss ist nicht nur selbst ein Fischgrund, sondern verbindet Mechelen auch mit der Nordsee und damit mit den wichtigen Häfen.

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Von der Wichtigkeit des Fischhandels zeugt auch das alte Zunfthaus.

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Und tischen die Flamen gerne Fisch und Meeresfrüchte auf.

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Geprochen wird in Flandern, also im nördlichen Teil Belgiens, niederländisch - regionale Eigenheiten inklusive.

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Von der Geschichte Mechelens, vor allem von jener Zeit, als die Region unter dem Einfluss Burgunds stand, erzählt seit diesem Jahr das Museum Hof van Busleyden.

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So brachten die burgundischen Herrscher ihren Kunstsinn mit nach Flandern, wobei Margarete von Österreich als Tochter von Maria von Burgund dabei eine zentrale Rolle einnahm.

Monika Schachner

Zu sehen gibt es in dem neu eröffneten Museum einen alten Stadtplan von Mechelen...

Monika Schachner

... ebenso wie kunstvolle Fenster...

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... oder diesen Altaraufsatz.

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Auch das Palais von Margarete selbst zählt zu den architektonischen Höhepunkten.

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Zu nächtlicher Stunde ist die Kathedrale ein Highlight im wahrsten Sinne des Wortes...

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Am Tag wird ihr Turm, ein klassicher flämischer Belfried, von unzähligen Besuchern erstiegen...

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... seiner Glocken wegen...

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... aber auch wegen der Aussicht...

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... auf die Stadt, ihre Umgebung und die Flagge Flanderns, die am höchsten Punkt weht.

Monika Schachner
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Himmlische Aussicht inklusive

„Wir feiern bis heute seinen Geburtstag am 24. Februar“, so Reiseführerin Florie Wilberts. Die Brauerei „Het Anker“ kredenzt dafür ein eigenes Bier: „Gouden Carolus“. „Karl V. hat sich das Mechelner Bier bis nach Spanien bringen lassen.“ Der Habsburg-Spross litt an einer Gebiss-Deformation, die das Essen erschwerte und ihn deshalb zu (leichtem) Bier als Nahrungsmittel greifen ließ. Bierlokale finden sich heute in der ganzen Stadt, wobei es nun des Genusses wegen getrunken wird: von leicht bis schwer, von hell bis dunkel. Besonders beliebt sind die Biergärten rund um den Marktplatz – himmlische Aussicht eingeschlossen: So ist die St. Rumolds-Kathedrale mit ihrem 97 Meter hohen Belfried-Turm ein gotisches Meisterwerk. Zudem kommen unzählige Besucher, um ihr Glockenspiel zu hören. Sehenswert sind auch Rathaus und Schöffenhaus sowie das Zunfthaus der Fischhändler und Margaretes Palais im Renaissance-Stil.

Über die Zeit damals und die burgundische Lebensart, die Margarete von ihrer Mutter geerbt hatte und ebenso in Mechelen kultivierte – über all das erzählt das neu eröffnete Museum Hof van Busleyden – belegt durch kunsthistorische Meisterwerke wie Chorbücher oder Altaraufsätze.

Reisetipps

Schnellste Verbindung: Flug von Wien nach Brüssel und mit dem Zug weiter nach Mechelen.
Gastronomie: Sister Bean, Vismarkt 26 und Cosma Foodhouse, Befferstraat 24.
Mehr als einen Schluck wert: Das Mechelener Stadtbier „Maneblusser“; mehr als einen Blick wert: die ehemaligen Beginenhöfe für ordensähnliche Frauengemeinschaften.
www.visitflanders.com

Die Reise wurde unterstützt von Visit Flanders.

Zurück zum Ursprung

Ein lukullischer Genuss ist die flämische Küche: Da wären etwa Miesmuscheln und Stoofvlees, ein Eintopf aus Rindfleisch, der ein wenig an unser Gulasch erinnert und natürlich Pommes frites, die die Belgier traditionell mit Mayonnaise essen. Für Zwischendurch tischen die Flamen Bokes auf, Brote mit Käse, Schinken oder Marmelade. Und natürlich Waffeln. Florie Wilberts: „Es gibt einen Trend zurück zu regionalen Produkten.“ Am Markt gekauft oder selbst am Balkon gezüchtet. Auch in Sachen Kommunikation besinnt man sich der Vergangenheit: „Bei uns gibt es immer mehr junge Leute, die ihr Telefon abschalten, wenn sie sich mit Familie oder Freunden im Lokal treffen.“ Slow Food kombiniert mit Slow Motion.

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