Die schönsten Radtouren für den SommerDer schönste Weg, sich einen Sprung in den Klopeiner See zu verdienen

Rund um den Klopeiner See lässt sich das spätere Sonnenbad am Badesteg auf dem Fahrrad genussvoll verdienen.

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Die östlichste Etappe der großen Kärntner Seenschleife führt zu Klopeiner See, Kleinsee nd Völkermarkter Stausee © Kaernten Werbung/Uwe Geissler
 

Es ist ein Abschied auf Zeit. Er fällt schwer genug. An einem klaren Sommermorgen mit risikoloser Aussicht auf einen strahlenden Tag am See an der Einfahrt zur Strandbadwiese vorbeizuradeln – das fällt unter Selbstgeißelung. Sie zahlt sich aber aus.

Es ist die östlichste Etappe der großen Kärntner Seenschleife. Rund 25 der 340 Kilometer langen Gesamttour durch Österreichs südlichstes Bundesland spannen sich hier auf. Die Runde führt vom Klopeiner See über den Kleinsee und Völkermarkter Stausee wieder zurück an den Klopeiner See.

Starten lässt sie sich überall – beispielsweise bei einem der Strandbäder an der Ostseite des Klopeiner Sees. Als Fahrtrichtung empfiehlt es sich, aufgrund der Charakteristik der Steigungen entlang der Tour, nach Westen loszufahren, also zunächst die Süduferstraße entlagzuradeln. Zwar geht es auf einem eigenen Fahrradweg parallel zur Straße gleich einmal bergauf, dafür belohnt einen beim Aussichtspunkt auf der Anhöhe ein schöner Blick auf den gesamten See und eine Abfahrt nach Seelach.

Die Kärntner Seenschleife ist insgesamt 340 Kilometer lang Foto © Klaus Höfler

Nächste Strandbadsteg-Verlockungen, nächste Selbstgeißelung: abbiegen Richtung Kleinsee. Dieses Mal ist es auch ein Abschied vom Trubel. Statt Sommerhitradio im Sonnenschirm-Eldorado füllt jetzt Vogelgezwitscher im Wald die Gehörgänge.

Nächster Orientierungspunkt am Horizont ist die Kirche von Stein im Jauntal. Wie ein Adlerhorst klebt sie auf dem steilen, kleinen Felsen über dem verschlafenen Dorf. Dessen größte Attraktion findet außerhalb der Radsaison statt: Am ersten Sonntag im Februar gibt es hier den Brauch des „Striezelwerfens“. Es funktioniert, wie es klingt: Ministranten und Kirchensänger werfen nach dem Gottesdienst vom Balkon des Mesnerhauses „Agathe-Striezel“ in die darunter wartende Menschenmenge. Die gesegneten Striezel sollen Mensch und Tier Gesundheit und Glück bringen. Beides kann man auch im Juli brauchen.

Das Glück kommt in Form einer steilen Abfahrt über die letzte Geländekante hinunter an die Drau. Auf der gegenüberliegenden Flussseite geht es dann auf dem Stauseedamm mitten durch die zum Naturschutzgebiet erklärte und später zum Europaschutzgebiet aufgewertete Uferlandschaft. Erklärtafeln über hier lebende Vögel liefern ausreichend Gründe für kurze Zwischenstopps. Man sollte sie zum Kraftsammeln nützen. Es wird (zwar nur kurz) steil, bevor man die große Brücke über den Völkermarkter Stausee erreicht.

Zum Schwimmen nach der Radtour empfiehlt sich der Klopeiner See, der als wärmster Badesee Europas gilt Foto © Höfler

Einerseits ist hier, garniert mit einem Blick auf die dramatischen Gipfelketten der Karawanken im Süden, das Gröbste der Runde schon absolviert. Andererseits lässt sie sich für Strampelwütige fast endlos verlängern. Die acht Themenradwege, die in der Region angelegt wurden, bieten sich an. Die beiden Kunst-Radwege, die sich über jeweils 25 Kilometer erstrecken, führen zum Werner-Berg-Museum, zu alten Kirchen und modernen Skulpturen.

Der Kulturradweg Völkermarkt bietet auf rund 40 Kilometern jungsteinzeitliche Siedlungen, Gräber norischer Könige, verfallene Burgruinen und bezaubernde Schlösser, während bei der Tour zum Turnersee ein Vogelpark mit über 300 Vogelarten wartet oder man die Heilkraft des Gösselsdorfer Sees prüfen kann. Oder doch einfach nur zurück an den Klopeiner See. Strandbad, Sonnenschirm, Eis: Belohnung nach der Geißelung.

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