Streng geheim in ItalienWo sich in der Triestiner Bucht ein Fenster zur Vergangenheit öffnet

Im italienischen Karst öffnet sich ein Fenster in die Vergangenheit.

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Friedliche Zeugen des Ersten Weltkriegs im Erinnerungsfgarten © RRK
 

Der traditionelle Winzer Danilo Lupinc aus dem italienischen Karstdorf Prepotto hat sich nicht nur der Produktion seiner erstklassigen Weine verschrieben. Ein Stück Geschichte des Ersten Weltkriegs, das sich auf einem pittoresk gelegenen Hügel nahe seiner Weingärten zugetragen hat, bewegte den heute 83-Jährigen zu seinem späten Lebenswerk.

Einst mussten hier russische Gefangene im Auftrage der österreichischen Armee mit bloßen Händen eine Schützengrabenanlage errichten, die über die Jahre, zum Teil von Pflanzen überwuchert, verfiel und in Vergessenheit geriet. In Gedenken an sie und alle übrigen Leidtragenden dieser Region in dieser Zeit baute Lupinc in penibler, zweijähriger Rekonstruktionsarbeit aus eigener Kraft und ganz allein Karststein für Karststein wieder auf.

Winzer Danilo Lupinc Foto © RRK

Dolinen, liebevoll markierte Wege, Hirten-Steinhäuschen (Bunker), Viehtränken, Aussichtstürme und vieles mehr an Beeindruckendem durchziehen seinen „Erinnerungsgarten“. Steht man da inmitten der Stille des Karsts mit atemberaubendem Blick auf die Triestiner Bucht, so durchdringen einen förmlich die Geschichte und das Schicksal dieses Bodens, in das Lupinc sein ganzes Herzblut investierte. Damit man sie nie vergisst.

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