Ab Grado bieten sich zahlreiche Ausflüge in die Umgebung an, die nicht nur mit kulinarischen Genüssen aufwarten kann, sondern auch historische Kleinode bereit hält, die man gesehen haben sollte. Dazu zählt Aquileia, dessen Geschichte unvergleichlich ist. Denn Aquileia war eine bedeutende Handelsmetropole und bis ins hohe Mittelalter wichtiger Verkehrsknotenpunkt zu Lande und zu Wasser. In der römischen Kaiserzeit wohnten in der ersten Hauptstadt der römischen Region „X Regio Augustea“ rund 30.000 Menschen. Allerdings wurde die Stadt 452 von den Hunnen unter Attila zerstört.
Erbe der Weltkultur. Heute besitzt Aquileia ein Ausgrabungsgelände von außergewöhnlicher Bedeutung, das Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist. Neben den Resten des römischen Forums kann man die Nekropole, private Wohnstätten mit Mosaikböden und die Strukturen des einstigen Flusshafens bestaunen. In der mittelalterlichen Basilika Santa Maria Assunta befindet sich außerdem der bedeutendste frühchristliche Mosaikboden Italiens. Und im Nationalmuseum für Archäologie warten zahlreiche Fundstücke aus der Römerzeit. Weitere Überreste werden bis heute archäologisch gesichtet. Und die Italiener behaupten scherzhaft, dass die Bewohner Aquileias alle gerne im Garten graben - und dabei zumeist auch antike Schätze finden.
Stern der Region. Ebenfalls als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet und unweit von Grado liegt Palmanova. Eine Stadt, die von Venedig zur Abwehr von ausländischen Bedrohungen geplant und gebaut wurde. Sie ist ein Meisterwerk der Militärarchitektur und das Modell der idealen Stadt der Renaissancce. Der sternförmige Aufbau mit neun Zacken, ausgehend von einem riesigen Hauptplatz, ist einzigartig und heute noch erhalten. Ebenso wie die drei massiven Stadttore, viele Militärbauten und das Tunnelsystem unter der Stadt, das man besichtigen kann. Die Tunnel liefern übrigens zahlreiche ungelöste Rätsel – so ist bis heute nicht geklärt, wozu die regelmäßig angebrachten Steinvorsprünge dienen sollen. Zudem warten in der Stadt selbst die Franziskuskirche, die Kirche der Geburt der Jungfrau Maria (beide um 1900) und die Kathedrale auf eine Besichtung. Nicht entgehen lassen sollte man sich außerdem das Stadt- sowie das Militärmuseum und das Theater. Übrigens: Direkt am Hauptplatz befindet sich die wohl beste Caffe-Konditorei der Stadt. Ein Ausflug nach Palmanova lohnt sich also nicht „nur” alleine deswegen, weil die Stadt eine der wenigen weltweit ist, in der die ursprüngliche geometrische Struktur noch so gut erhalten ist.
Zauberhafte Dörfer. Klein, aber fein sind auch die malerischen Dörfer der Region, wie etwa Clauiano. Das Besondere an dem Ort, der 1013 zum ersten Mal erwähnt wurde: Von außen sehen die Steingebäude unbeeindruckend aus und man könnte dazu neigen, einfach weiter zu fahren. Doch hinter den Mauern verstecken sich bezaubernde Innenhöfe, Gärten und kostbare architektonische Sehenswürdigkeiten. Die Bewohner von Clauiano wollten mit diesem baulichen Trick im Mittelalter verhindern, dass sie ausgeraubt werden. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich, immerhin wurde Clauiano 2004 in den Club der schönsten Dörfer Italiens aufgenommen. Mitten im Ort, natürlich gut versteckt hinter Steinmauern, befindet sich der Weinkeller des Gutes „Foffani“, der zur „Strada del Vino e dei Sapori“ gehört. Wenn Sie regionale Weine verkosten und zeitgleich eine Kunstausstellung und einen zauberhaften Garten bewundern möchten, sind sie dort richtig aufgehoben.
Nicht minder verzaubernd ist das mittelalterliche Dorf Strassoldo. Denn in dessem Herzen erhebt sich majestätisch die Burg Strassoldo di Sopra, die von einem märchenhaften Park und Fluss eingesäumt ist.
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