Sonnige Temperaturen, weiße Traumstrände und türkisblaues Meer – die Karibik zieht jedes Jahr Millionen von Reisenden in ihren Bann. Inzwischen übertreffen viele Inseln sogar die Besucherzahlen aus der Zeit vor der Corona-Pandemie. Doch für immer mehr Menschen ist eine Auszeit unter Palmen nicht genug: Sie träumen davon, dauerhaft dort zu leben, wo andere Urlaub machen.

Aufgrund dessen boomt der Immobilienmarkt in der östlichen Karibik, viele sind auf der Suche nach einem Ferienhaus oder einer dauerhaften Bleibe. Doch damit nicht genug, viele Makler bieten den Käufern besondere Konditionen an. Mit dem Kauf eines Hauses bekommt man auf mehreren Inseln gleich einen Reisepass mit dazu.

Anfragen rasant gestiegen: Hauskauf inklusive Staatsbürgerschaft

Darunter Antigua und Barbuda, Dominica, Grenada, St. Kitts und Nevis, sowie St. Lucia. Die Inselstaaten bieten Käufern ab einer Mindestinvestition von rund 200.000 Dollar (zirka 171.000 Euro) eine Staatsbürgerschaft. Dahinter steckt das sogenannte CBI-Programm (Citizenship by Investment), das es Ausländern ermöglicht, durch Investitionen in ein Land dessen Staatsbürgerschaft oder ein Aufenthaltsrecht zu erhalten. Diese Programme sind oft an bestimmte Investitionskriterien gebunden, wie beispielsweise den Kauf von Immobilien oder eine finanzielle Einlage in einen staatlichen Fonds. 

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Ein Beispiel hierfür ist das CBI-Programm von Dominica, bei dem eine Investition von mindestens 200.000 US-Dollar in Immobilien erforderlich ist, um die Staatsbürgerschaft zu beantragen. Nach einer Haltefrist von drei bis fünf Jahren kann die Immobilie wieder verkauft werden. Ein weiterer Vorteil: Mit dem Reisepass wird dem jeweiligen Besitzer der visumfreie Zugang zu bis zu 150 Ländern gewährt, darunter auch der Schengen-Raum Europas.

Karibische Reisepässe: Viel Nachfrage aus den USA

Auf Antigua wäre die Nachfrage allein im vergangenen Jahr enorm gestiegen, wie die „BBC“ berichtet. “Bis zu 70 Prozent aller Käufer streben derzeit die Staatsbürgerschaft an, und die überwiegende Mehrheit von ihnen kommt aus den USA“, sagt Immobilienmaklerin Nadia Dyson.

Laut der Expertin sei die schwierige politische Lage in den USA ein großer Faktor für viele Käufer. „Um diese Zeit im letzten Jahr waren es ausschließlich Lifestyle-Käufer und ein paar CBI-Kunden. Jetzt sagen alle: ‚Ich will ein Haus mit Staatsbürgerschaft.‘ So viele haben wir noch nie zuvor verkauft“, fügt sie hinzu. Neben den USA würden viele potenzielle Interessenten aus der Ukraine, der Türkei, Nigeria oder China kommen.

Insgesamt seien die Anträge für das CBI-Programm seit Ende 2024 um 12 Prozent gestiegen.