Die Christus-Statue
Mit ausgebreiteten Armen und gütigem Blick wacht der 38 Meter hohe „Cristo Redentor“ auf den Granithügel Corcovado über die Stadt. Nach dem Busshuttle bringen einen Rolltreppen und Lifte zu den Terrassen, die einen 360-Grad-Ausblick auf Rio, seine Strände, die Wälder und das Meer liefern.
Der Karneval von Rio
Der noch bis 8. März laufende Karneval soll bis zu sechs Millionen Besucher aus der ganzen Welt anlocken. Epizentrum des Trubels ist dabei das Sambódromo – ein beidseitig von insgesamt 88.000 Zuschauern fassenden, steilen Tribünen eskortiertes, rund 700 Meter langes Straßenstück im Stadtteil Cidade Nova. Hier finden die monströsen Paraden und Wettbewerbe der Sambaschulen mit ihren Tänzerinnen und Trommlern statt. Ab 8 Uhr abends bis in die Morgenstunden wird in der Festivalwoche die Nacht zum Tag gemacht.
Catedral Metropolitana
Die zwischen 1964 und 1979 erbaute Catedral Metropolitana de São Sebastião gleicht einem betonierten Zuckerhut: Kegelförmig laufen Wände von einem 100-Meter-Durchmesser 75 Meter Richtung Himmel.
Blick in die Favela Rocinha
Plötzlich stoppt der Guide, zeigt zur Hausecke vor uns und sagt: „Ab hier keine Fotos!“ An der nächsten Straßenkreuzung wird klar, warum. Jugendliche hantieren mit martialischen Maschinengewehren und Patronengürteln herum. Von einem höher gelegenen Abbruchhaus aus hält uns ein Mann mit dunklen Sonnenbrillen im Blick. Mehr Klischee-Erfüllung geht (leider) nicht. Viele Favelas Brasiliens sind Hoheitsgebiet von Drogenclans und Kleinkriminellen – auch in Teilen von Rocinha, einem Stadtviertel im Süden Rios, ist das nicht anders. Dennoch ist eine Tour durch die sich einen Berghang hinauf ausbreitende Siedlung ein einmaliges Erlebnis.
Lokale Guides führen auf mit lokalen Autoritäten akkordierten Routen durch die engen, stellenweise gerade einmal schulterbreiten Gehwege inmitten des Häusergewirrs, zeigen und beschreiben den Alltag zwischen zu wenig staatlichen Schulen, einigen privaten Sozialprojekten, vielen kleinen Gewerbebetrieben und größeren Bandenrevieren.
Pausenlos zwischen Motorradtaxis die steilen Straßen auf und ab. Es gibt ein dichtes Netz an Abholstationen für online bestellte Pakete, weil nicht alle Adressaten eine offizielle Anschrift haben. Dafür gibt es rund zwanzig Internetanbieter und eine Vielzahl an Stromlieferanten, deren Leitungswirrwarr in dicken Knäuel auf Masten und Balkonvorsprüngen hängt. Pragmatismus schlägt hier Dogmatismus. Man staunt und ist doch erleichtert, wenn einen die Menschenmassen, die sich durch die „Standl-Allee“ des Straßenmarkts schieben, nach drei Stunden wieder ausspucken. Ein hoch dosiertes Rio-Erlebnis.
Der Stadtteil Rocinha beheimatet die zweitgrößte Favela Brasiliens mit rund 220.000 Einwohnern, darunter Manoel Costa. Er hat hier das Sozialprojekt „Acorda Capoeira“ ins Leben gerufen, das Jugendlichen über Tanz- und Trommelworkshops, Sprach- und Theaterkurse eine Alternative und Perspektive abseits der Kriminalität liefern will.
Seilbahn auf den Zuckerhut
Die Seilbahn führt auf zwei Etappen auf den knapp 400 Meter hohen legendären Morro do Pão de Açúcar, den Zuckerhut. Der monolithartige Granitblock ist ein perfekter Aussichtsturm.
Confeitaria Colombo
Das Jugendstilcafé wirkt inmitten der lokalen Schnellimbisslokale und Bekleidungsgeschäfte im Altstadtviertel wie eine paradoxe Intervention. Hier bekommt man zu Konditoreispezialitäten einen Mix aus Touristen auf „Must see“-Tour und lokaler Business-Kundschaft im Freizeitmodus serviert.
An der Copacabana
Erholung bieten am nächsten Tag die legendären, weiß-goldgelb glänzenden Sandstrände. Die bekanntesten – Copacabana und Ipanema – sind ab den Morgenstunden und bis spät in die Nacht gut besuchte Entspannungszonen einer Stadt, die erst kürzlich unter einer veritablen Hitzewelle zu leiden hatte. Der Lage an einem von unzähligen Buchten durchschnittenen Küstenband verdankt die 6,2-Millionen-Einwohner-Stadt lebensfrohe Leichtigkeit. Das feinkörnige Sandband ist Spielplatz für Fußballkünstler, Laufsteg für textilsparende Sonnenanbeter und Partyground für Liebhaber von Strandbar-Caipirinhas.
Natur in der Metropole
Der sehr großzügige Waldanteil und die aus dem Nichts von Meeresniveau aus mit fast senkrechten Felswänden in die Höhe schießenden Granitfelsen sind teilweise als Nationalpark ausgewiesene Schutzzonen. Hier leben stachellose Bienenvölker, Nasen- und Ameisenbären, Gürteltiere und Schlangen. Hier sorgen aus dem Norden Brasiliens eingeschleppte, katzengroße Affen mit auffälligen Ohrhaarbüscheln für Freude unter fotohungrigen Besuchern und Ärger unter Tierschützern, weil sie die Eier lokaler Vogelpopulationen fressen.
Das Maracanã
Am dritten Tag kann man sich per Taxi zu einer weiteren Kultstätte und Imagesäule Brasiliens chauffieren lassen: dem Maracanã-Stadion. Bis zu 200.000 Fans sollen hier einst Fußballspielen beigewohnt haben. Für die WM vor zehn Jahren rückgebaut, fasst es heute nur noch 73.300 Zuschauer. Der Blick auf Rasen, in Kabinen und ein wenig spektakuläres Museum lässt Fußballfanherzen höherschlagen.
Escadaria Selarón
Unmittelbarer erlebbar wird Rio de Janeiro auf der Escadaria Selarón. Die von dem chilenischen Künstler Jorge Selarón mit gespendeten Fliesen aus der ganzen Welt geschmückte Treppe ist vielleicht nicht so berühmt wie die Spanische Treppe in Rom oder der Stufenbrunnen im Chand Baori in Indien, aber jedenfalls bunter.