„Das Vergnügen war immer meine oberste Maxime; ich habe gelebt, um zu lieben und geliebt zu werden.“ Als Giacomo Casanova um 1790 schon altersmüde auf Schloss Dux in Böhmen die „Geschichte meines Lebens“ schreibt, räumt er ein, dass er weniger zur Weltverbesserung als zu seiner sinnlichen Befriedigung neigte. „Ich habe die Frauen bis zum Wahnsinn geliebt, aber stets zog ich ihnen meine Freiheit vor. Wenn ich mich in Gefahr befand, sie einzubüßen, gelang es mir stets, wenn auch mit knapper Not, mich zu retten.“ Doch gerade sein Leben auf einer Achterbahn zwischen Abenteuer und Amourösen, Verfolgung und Sinnlichkeit, Flucht und Laster macht den getriebenen Charmeur und promovierten Juristen, Philosophen und Literaten, Alchimisten und Diplomaten, Freimaurer und Geheimagenten bis heute zu einem Mythos.