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Vorsicht, FalleTeure Ratenzahlung für Geschenke: Zinssätze bis zu 20 Prozent

Die Covid-19-Krise hat für viele Menschen zu finanziellen Einbußen beführt. Warum also nicht Weihnachtsgeschenke oder lang ersehnte Wünsche in kleinen monatlichen Raten abstottern? Die Konsumentenschüther der Arbeiterkammer haben sich daher Teilzahlungsangebote von Möbelhäusern, Versandhändlern und einem Elektronikfachmarkt angesehen und Jahreszinssätze bis zu 20 Prozent entdeckt.

Christkind auf Pump? Vorsicht: Bei Zahlungsverzug wird es richtig teuer! © (c) successphoto - stock.adobe.com
 

Grundsätzlich gilt: Nur bei einer echten Null-Prozent-Finanzierung fallen keine zusätzlichen Kosten beim Einkauf mit Ratenzahlung an. "Aktuell bieten Kika und MediaMarkt eine solche Finanzierung ohne Zusatzkosten an und auch bei Ikea können Sie Einkäufe ab 4000 Euro zinsenfrei in Raten zahlen", sagen die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich, die sich die aktuellen Angebote angesehen haben. Bei allen anderen getesteten Händlern würden Belastungen durch anfallende Zinsen entstehen. "Zusätzliche Gebühren und Spesen verrechnet keiner der sieben Anbieter im Test."

Laufzeit und Ratenhöhe

Die Laufzeit der gewünschten Finanzierung kann bei allen Anbietern im Rahmen von 12 bis teilweise sogar 72 Monaten frei gewählt werden. "Auch die Wahl einer individuellen Wunschrate - bei einer fixen Mindestrate - bietet eine hohe Flexibilität", sagen die Experten. "Dafür schlagen sich vor allem im Versandhandel die Zinsen von rund 20 Prozent jährlich für eine Finanzierung enorm zu Buche."

Kreditkarte

Die Firma XXXLutz bietet ihren Kunden eine Ratenfinanzierung mittels credit-fleX card an. Bei der Arbeiterkammer heißt es dazu: "Sie erhalten dabei eine Mastercard, mit der die Ratenfinanzierung abgewickelt wird und die wiederholt ausnützbar ist. Für die ersten 6 Monate fallen keine Kosten für die Finanzierung an. Im Anschluss werden 11,3 Prozent Zinsen jährlich verrechnet und eine Änderung der Ratenfälligkeit kostet 15 Euro; Bargeldbehebungen 3 Prozent bzw. mindestens 1,95 Euro."

Restschuldversicherung erhöht die Rate

Häufig wird im Zuge einer Warenfinanzierung auch der Antrag auf eine Restschuldversicherung mitunterschrieben. Diese soll wahlweise im Fall von Krankheit, Arbeitslosigkeit, Ableben, etc. für die Erfüllung der Restschuld sorgen. Der AK-Rat dazu: "Sie sollten sich jedenfalls gut überlegen, ob so eine Absicherung für Sie wirtschaftlich sinnvoll ist."

Teure Spesen bei Ratenverzug

So richtig teuer wird es, wenn mal eine Rate nicht pünktlich bezahlt wird. Dann fallen meist hohe Verzugszinsen, Mahnspesen, Rücklastschriftgebühren, Betreibungskosten usw. an. "Das verlockende Schnäppchen kann so zu einer massiven Rückzahlungsbelastung werden. Zahlpausen oder Angebote von rückzahlungsfreien Monaten, wie es im Versandhandel häufig angeboten wird, erhöhen ebenfalls den zu zahlenden Gesamtbetrag." Wer jetzt auf Ratenstundung setzt, muss wissen: Ein solches Recht besteht für kreditfinanzierte Weihnachtseinkäufe nicht, sondern gilt nach dem Covid-19-Justiz-Begleitgesetz nur für Kredite, die vor dem 15. März 2020 aufgenommen wurden.

Rücktrittsrecht

Wenn Sie die Finanzierung im Zuge des Warenkaufes abschließen, handelt es sich um sogenannte verbundene Verträge. Sie können von diesem Finanzierungsvertrag innerhalb von 14 Tagen zurücktreten. Im Anschluss daran ist binnen einer Woche auch der Rücktritt vom Kaufvertrag möglich. Musterbriefe für den Rücktritt vom Kreditvertrag und vom kreditfinanzierten Geschäft, weitere Infos und die Gesamtübersicht der erhobenen Konditionen finden Sie auf ooe.konsumentenschutz.at.

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