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Rat vom Arbeitsrecht-Experten Warum Sie jetzt keine einvernehmliche Kündigung unterschreiben sollten

Kurzarbeit sichert im Schnitt 80 bis 90 Prozent des Nettobezugs, beim Arbeitslosengeld bleiben im Schnitt nur 55 Prozent des Netto-Einkommens übrig. Der Arbeitsrecht-Experte Werner Anzenberger erklärt, worauf es jetzt bei allen gefährdeten Jobs ankommt.

Die bessere Variante heißt derzeit Kurzarbeit
Die bessere Variante heißt derzeit Kurzarbeit © (c) Gina Sanders - stock.adobe.com (Erwin Wodicka)
 

Derzeit sind massenweise Betriebe von behördlichen Sperrungen betroffen. Was bedeutet das prinzipiell für die Dienstnehmer?
WERNER ANZENBERGER: Prinzipiell geht man nach Hause und hat Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Allerdings laufen Arbeitnehmer in dieser Situation Gefahr, vom Arbeitgeber gekündigt zu werden. Daher raten wir in dem Fall, Kurzarbeit in Anspruch zu nehmen.

Kommentare (4)

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Jadelia
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Zuerst einvernehmliche Lösung dann doch Kurzarbeit?

Ich habe jemanden im Bekanntenkreis (Tourismusbranche) der notgedrungen einer einvernehmlichen Lösung bereits vor einer Woche zugestimmt hat.

Es ging dann alles dem normalen Weg, Arbeitslosmeldung und Antrag auf Arbeitslosengeld. Alles wurde auch bereits mit 16.03. bewilligt. (Ja auch im Home-Office funktioniert die Verwaltung, auch das ist momentan ein harter Job mit nicht wenig Aufwand, ob nun AMS oder Buchhaltung, diese Arbeit ist in dieser Zeit ebenfalls SEHR wichtig und sollte auch Mal erwähnt werden.)

Tja und dann kam der Anruf vom Ex-Chef. Es gäbe ja nun Kurzarbeit ob man nicht doch auch diese Möglichkeit erwägen könnte....(Vor Unterschrift hat der Betroffene den Chef darauf hingewiesen daß es vllt. angebracht wäre abzuwarten. DN wollte am Montag VOR Unterschrift auch noch mit der AK Rücksprache halten, Reaktion AG: Ihr wollt mich alle in den Ruin treiben und das obwohl wir so viel für Euch tun etc...)

Frage an alle: Was nun tun?

Foks
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Kurzfristig

Kurzfristig kann gar nichts bei der Kurzarbeit umgesetzt werden !
Der Arbeitsgeber muss 3 Monate vorfinanzieren , wie soll das gehen wenn keine entsprechenden Einnahmen vorliegen

andrea1103
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Keine Vorfinanzierung

Bitte keine Falschinformationen verbreiten! Kurzarbeit kann zur Zeit sogar rückwirkend ab 1. März beantragt werden. Voraussichtlich für drei Monate mit einer Verlängerungsoption für weitere 3 Monate.

pfnadschek
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Dienstgeber hat höhere Kosten!

Sehr geehrter Herr Anzengruber!
Ich teile Ihre Meinung, dieses neue Kurzarbeitsmodell ist wirklich sehr gut sowohl für Dienstnehmer als auch Arbeitgeber. Ihre Aussage, dass der Arbeitgeber keine höheren Kosten hat, stimmt so nicht. Der Dienstgeber muss Sozialversicherungsbeiträge für den Dienstnehmer zahlen, aber nur für jenen Teil, den der Mitarbeiter für die Kurzarbeit bekommt. Zusätzlich hat er auch noch den vollen Beitrag für die Mitarbeitervorsorgekasse, Dienstgeberbeitrag und Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag zu bezahlen. Trotzdem ist dieses Modell für beide Seiten besser, wenn auch das Risiko des Unternehmers - vor allem bei Klein- und Mittelbetriebe haften diese oft mit ihrem Privatvermögen - groß sein kann.