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NachgefragtWie ungesund ist Salz wirklich?

Neue Studie stellt Grenzwerte infrage, Expertin klärt auf.

Wie viel Salz ist ok?
Wie viel Salz ist ok? © Melica - stock.adobe.com
 

Eines vorweg: Durch erhöhten Salzkonsum steigt der Blutdruck, das ist wissenschaftlich bewiesen und daran ändert die aktuelle Untersuchung nichts. Was die Studie im Fachmagazin Lancet aber zeigt, ist, dass ein Salzkonsum, der über den strengen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation liegt, nicht unbedingt die Sterblichkeit erhöht.

Was bedeutet das nun für Empfehlungen hin zu einer salzarmen Kost? „Die aktuellen Erkenntnisse stehen für mich nicht im Widerspruch zu den Empfehlungen, die es für den Salzkonsum in Österreich gibt“, sagt Sandra Holasek (MedUni Graz). Die Richtlinien, die von den Ernährungsgesellschaften in den deutschsprachigen Ländern gemeinsam entwickelt wurden, empfehlen 6 g Salz pro Tag, was etwa einem Teelöffel entspricht.

Sandra Holasek
Sandra Holasek Foto © (c) Harry Schiffer Photodesign

Bei diesen allgemeinen Empfehlungen muss man berücksichtigen, dass es in der Bevölkerung auch viele Risikopersonen gibt.

Sandra Holasek, Ernährungsexpertin

Übergewichtige gefährdet

„Bei diesen allgemeinen Empfehlungen muss man berücksichtigen, dass es in der Bevölkerung auch viele Risikopersonen gibt“, sagt Holasek. Das sind z. B. Übergewichtige, die besonders dazu neigen, durch zu viel Salz ein zu hohen Blutdruck zu entwickeln.

Für Bluthochdruck-Patienten gilt auch laut der aktuellen Studie weiterhin: salzarm essen! Das unterstreicht auch der Schweizer Mediziner Franz Messerli, der zur aktuellen Studie einen Kommentar verfasst hat. Im Interview mit orf.at sagt er aber auch, dass er seinen anderen Patienten keine salzarme Diät mehr predigen werde.

Das unterstrich auch schon eine Studie aus dem Jahr 2016, die vom selben Forscher, Andrew Mente, durchgeführt wurde. Aufgrund dieser Daten kamen Experten schon damals zum Schluss, dass "Menschen mit normalem Blutdruck weniger auf ihren Salzkonsum achten müssen".

Gesamter Lebensstil entscheidet

Die Erkenntnisse seien für Holasek auch ein weiterer Wegweiser hin zu personalisierten Ernährungsempfehlungen: Es könnten nicht nur einzelne Inhaltsstoffe betrachtet werden, sondern der gesamte Lebensstil eines Menschen – welche Lebensmittel isst er, wie viel bewegt er sich – spielt dabei eine Rolle. Beim Salz sei auch wichtig zu beachten: Sehr viel Salz werde über Fertigprodukte aufgenommen. Diese sind aber nicht nur wegen des hohen Salzgehalts bedenklich, sondern auch wegen anderer problematischer Inhaltsstoffe - schlechte Fette, zu viel Zucker - insgesamt nicht gesund.

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