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Interview"Wer reist, lernt viel fürs Leben"

Hubert und Dorli Gasperl waren mit drei Kindern auf Weltreise. Jetzt haben sie viel zu erzählen.

Unvergesslich: Die Gast- freundschaft auf den Fidschis © paluro
 

Zehn Länder in zehn Monaten – und das mit drei kleinen Kindern: Familie Gasperl hat sich mit der Weltreise einen Lebenstraum erfüllt. Seit sie zurück sind erzählt Hubert Gasperl bei Vorträgen davon und nimmt das Publikum dabei mit auf die Reise. Ein Reisevortrag, der die Dinge nicht verklärt und gerade deshalb richtig spannend ist.

Nicht wenige Menschen träumen davon, die Welt zu sehen. Ihr habt es gemacht, und das mit drei Kindern „im Gepäck“. Was war bei euch „anders“?
HUBERT GASPERL: Von einer langen Reise haben wir schon länger geträumt. Und wir haben immer wieder unser Leben hinterfragt. Sind wir glücklich? Leben wir wirklich das Leben, das wir wollen? Und da hatten wir immer das Gefühl „da geht noch mehr“! Der endgültige Auslöser für unser Abenteuer war letztendlich ein Bericht einer deutschen Familie, die mit vier Kindern eine Weltreise gemacht hat.

Was hat es euren Kindern gebracht, bereits so früh so viel von der Welt zu sehen?
Das ist jetzt natürlich noch schwer abzuschätzen. Unsere Kinder werden sich nicht an alles erinnern können, vor allem unsere kleine Rosalie nicht. Wir sind aber sicher, dass die vielen gemeinsam erlebten Abenteuer und das Spielen mit Kindern unterschiedlicher Hautfarbe und Sprache im Unterbewusstsein gespeichert bleiben wird. Wahrscheinlich ist ihnen dadurch die Basis für ein weltoffenes und tolerantes Leben gelegt worden.

Paul mit seinem fidschianischen Freund Baba Foto © paluro

Wie fühlt es sich an, wenn bzw. nachdem man sich einen großen Traum erfüllt hat?
Vor Kurzem haben wir das Buch „The big five for life“ (John Strelecky) gelesen, in dem steht, dass 95 Prozent der Menschen von einer Weltreise träumen. Erst lange nach unserer Rückkehr ist uns bewusst geworden, wie besonders es eigentlich gewesen ist, dass wir uns unseren Lebenstraum erfüllt haben. Die Bedenken, danach in ein Loch zu fallen, können wir nicht bestätigen.

Luis beim Gottesdienst auf den Fidschis Foto © paluro
Wir leben jetzt mit der Gewissheit, dass man sich neu orientieren kann. Dass man seinem Leben immer neue Impulse geben kann, um es glücklicher oder freier zu gestalten. Wir haben keine Angst mehr vor Veränderungen oder der Zukunft, denn wir sind neugierig geworden aufs Leben und was es mit sich bringt.

Reisen bildet, sagt man ...
Ja, das ist so, wir sind sogar der Überzeugung, dass die Welt ein friedlicherer und schönerer Ort wäre, wenn die Menschheit mehr reisen würde. Toleranz und Verständnis für andere Kulturen oder das Bewusstwerden über die Auswirkungen unseres Konsumverhaltens auf die Umwelt sind nur zwei von vielen pädagogischen Bedeutungen des Reisens.

Zitat Hubert Gasperl

„Die Welt wäre ein friedlicherer Ort, wenn die Menschen mehr reisen würden.“
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Für uns persönlich hat sich mit der Reise vieles geändert. Alle Gegenden, die wir bereist haben, sind für uns nicht mehr „Flecken“ auf dem Globus, sondern wir haben einen Bezug dazu gewonnen. Die Welt ist sozusagen „kleiner“ geworden. Es ist für uns eine erschreckende Realität geworden, dass in beinahe all diesen Ländern die Themen Umweltverschmutzung, Klimawandel und dessen Auswirkungen präsent waren. Im Hinblick auf unsere Zukunft beängstigt uns dieses erschreckende Ausmaß.
Rosalie in einer Greifvogelwarte in Südafrika Foto © hubert_gasperl@hotmail.com

Wir haben hier in Österreich das Glück, in einem sehr schönen und sauberen Land leben zu dürfen. Doch der Schein in unserer „heilen“ Welt trügt, da die globale Klima- und Umweltproblematik vor unserer Grenze nicht Halt machen wird.

Was ist das Schönste, das euch „da draußen“ begegnet ist?
Die vielen Begegnungen mit anderen Reisefamilien, mit Abenteurern und jeder Menge freundlicher Einheimischer. Vor allem die Gastfreundschaft in Australien und auf den Fidschis war für uns sehr beeindruckend und vor allem auch lehrreich.

Gibt es weitere Träume?
Wir sind äußerst dankbar für alles, was wir in diesen zehn Monaten gemeinsam erleben durften. Allerdings wünschen wir uns, unsere Freiheit in gewisser Form beibehalten zu können. Unser größter Traum ist aber die Verwirklichung einer Dokumentation bzw. eines Filmes zum Thema Umwelt- und Klimaschutz, mit dem möglichst viele Menschen erreicht und zum Handeln angeregt werden.

Alle Infos ...

auf www.paluro.at

Die nächsten Vorträge finden am 21. Mai in Radmer und am 4. Juni in Allerheiligen/Wildon statt.


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