Wer zu wenig trinkt, fühlt sich meist schlapp und müde. Doch was ist die richtige Menge Wasser, welche man täglich trinken sollte? Lange galt: Rund zwei Liter sollten es sein. Doch diese Annahme beruhte auf eher kleinen Untersuchungen. Eine große Studie mit Teilnehmern aus über 20 Ländern, die im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde, gibt genaueren Aufschluss.

Kurz gesagt: Der Studie zufolge braucht der Mensch etwa 1,3 bis 1,8 Liter Wasser täglich – wie viel genau, ist aber individuell verschieden und hängt von mehreren Faktoren ab. So brauchen etwa Menschen, welche in großer Höhe oder in heißen und/oder feuchten Gebieten leben, mehr Wasser als andere. Zudem haben auch Sportlerinnen und Sportler sowie Frauen, die gerade stillen oder schwanger sind, einen höheren Wasserbedarf. Das liegt daran, dass diese Gruppen einen höheren täglichen Wasserumsatz haben.

Dabei dürfe man laut den Expertinnen und Experten nicht den Fehler machen, Wasserumsatz und Wasserbedarf in Zahlen gleichzusetzen. Verbraucht eine Sportlerin etwa fünf Liter Wasser, bedeutet das nicht, dass auch fünf Liter getrunken werden müssen. Grundsätzlich ergibt sich aus der neuen Analyse, dass Frauen mittleren Alters einen täglichen Bedarf von ca. 1,4 Liter haben und Männer mittleren Alters einen Bedarf von 1,6 bis 1,8 Liter. Mit dem Alter variiert der Bedarf – ältere Personen brauchen häufig nur mehr 1,1 Liter Wasser. Trotzdem zwei Liter oder mehr zu trinken sei aber nicht schädlich – ein Mehrwert durch die erhöhte Trinkmenge konnte aber auch nicht gefunden werden.

Wie hoch der individuelle Bedarf ist, hängt auch noch von einem weiteren entscheidenden Faktor ab: der Nahrungsaufnahme am jeweiligen Tag. Trinkt man etwa Fruchtsäfte, Tee oder isst Suppe, wird auch dadurch Wasser aufgenommen. All diese Faktoren machen es laut den Studienautoren schwer, eine allgemeingültige Empfehlung festzumachen, die auf alle Menschen anwendbar ist. Somit gilt es sich an den 1,3 bis 1,8 Litern zu orientieren und gut auf die Signale des eigenen Körpers zu achten.