Corona-Impfstoffhersteller werden regelmäßig Gegenstand von Falschinformationen. Zuletzt verbreitete sich in Sozialen Medien etwa tausendfach die Behauptung, dass die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, Moderna sowie AstraZeneca demnächst in der EU nicht mehr verimpft werden dürften. Als Zeitpunkte werden der 22. Dezember 2021, der 6. Jänner 2022 und der 29. Jänner 2022 genannt. Ist an der Behauptung etwas dran? Doch dabei handelt es sich um eine Falschmeldung. Die Corona-Impfstoffe kommen über die Zeitpunkte hinaus in der EU weiter zur Anwendung.

Diese Meldunge wurde über soziale Medien verbreitet. Sie ist allerdings falsch
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Die Überprüfung der Behauptungen

Alle Corona-Impfstoffe wurden in der EU aufgrund der dringlichen Pandemie-Lage mittels bedingter Marktzulassung zugelassen. Diese Zulassung ist für ein Jahr gültig und muss danach jährlich erneuert werden. Die Poster beziehen sich höchstwahrscheinlich auf das Datum, an dem die Zulassung des ersten Jahres der jeweiligen Impfstoffe ausläuft.

Die Impfstoffhersteller haben allerdings schon vor einiger Zeit die Verlängerung der bedingten Marktzulassung beantragt und mittlerweile wurde sie auch von der EU-Kommission bzw. der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) genehmigt, wie sich auf der Webseite der EMA nachlesen lässt. Die Impfstoffe werden also gemäß der Regelung in der EU weiter eingesetzt.

Verlängerung erteilt

Beim Impfstoff von BioNTech/Pfizer steht etwa unter "Annual renewal issued", also übersetzt "Jährliche Verlängerung ausgestellt", das Datum 3. November 2021. Beim Impfstoff von Moderna ist der 4. Oktober 2021 angegeben. Das Vakzin von AstraZeneca wurde am 9. November 2021 verlängert.

Am 5. Oktober 2021 teilte die EMA auf Twitter mit, dass die jährliche Verlängerung der bedingten Zulassungen ein Standardprozess sei und für alle Covid-19-Impfstoffe planmäßig verlaufe. Auf die damals schon stattgegebene Verlängerung des Moderna-Impfstoffs wies sie außerdem hin. In Bezug auf die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna deutet derzeit nichts darauf hin, dass sie in Zukunft in der EU nicht mehr zur Anwendung kommen sollten. So teilte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Ende August 2021 etwa mit, bei BioNTech/Pfizer 1,8 Milliarden Impfdosen bis zum Jahr 2023 bestellt zu haben.

Im April 2021 wurde bekannt, dass die EU-Kommission bei der Impfung vor allem auf mRNA-Technologie setzen will, zu denen die beiden Vakzine gehören. Diesbezügliche Verträge sollten ebenfalls bis zum Jahr 2023 gelten. Auch AstraZeneca hatte sich Anfang September 2021 zu einer Lieferung von Impfdosen in die EU bis zum ersten Quartal 2022 verpflichtet.