WeltbrustkrebstagBrustkrebs: Wieso Vorsorge so wichtig ist

Brustkrebs-Vorsorge ist wichtig, denn wird die Erkrankung früh erkannt, sind die Heilungschancen größer. Doch in der Pandemie sind die Vorsorgeuntersuchungen massiv zurückgegangen.

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Smiling mid 30s woman, a cancer survivor, wearing pink breast cancer awareness ribbon, isolated over living coral background. Support, solidarity, screening and prevention concept.
Vor allem bei jüngeren Frauen entwickelt sich häufig eine aggressivere Form des Brustkrebs. Umso wichtiger ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung © (c) andreaobzerova - stock.adobe.com (ABO PHOTOGRAPHY sro)
 

Seit 2014 gibt es das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm (BKFP), aber noch immer viel zu wenige Frauen nehmen es in Anspruch: "Vorsorge ist wichtig, auch in Zeiten der Corona-Pandemie", warnte Klaus Wicke, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Radiologie der Ärztekammer.  Beim österreichischen Screening-Programm handle es sich um das modernste Europas, es biete flächendeckende Versorgung und sehr hohe Qualitätsstandards, betonte Alexandra Resch, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Senologie.

Die Teilnahmerate gehöre aber dringend verbessert. So "verliere" das Programm derzeit 31 Prozent der Frauen, nachdem sie zum ersten Mal bei der Mammographie waren. Die Teilnahmerate auf Basis der Einladungen liege bei etwas über 40 Prozent (2018/19). Rechnet man andere Zugänge - etwa ärztliche Zuweisungen - dazu, komme man auf eine Mammografie-Versorgungsrate von rund 58 Prozent. Damit ein Screeningprogramm wirksam ist, brauche man eine Teilnahmequote von 70 Prozent, so Resch.

62 Jahre: Durchschnittsalter für das Auftreten von Brustkrebs

Derzeit erhalten Frauen zwischen dem 45. und 69. Lebensjahr alle zwei Jahre per Post eine Einladung. Frauen ab 70 sowie zwischen 40 und 44 Jahren können sich selbst im BKFP registrieren, um eingeladen zu werden ("Opt-in"). Vor allem die jüngere Gruppe sei "sehr schwach vertreten", berichtete Wicke. Dabei sei Krebs bei jüngeren Frauen oft viel aggressiver. Gleichzeitig sei wichtig aber, dass Frauen nach der Menopause weiter teilnehmen, sagte Resch: "Das Durchschnittsalter für das Auftreten von Brustkrebs in Österreich liegt bei 62."

Brustkrebs in Österreich

In Österreich erkranken jährlich rund 5.600 Frauen an Brustkrebs und etwa 1.600 sterben an den Folgen der Krankheit.

Mit einem Anteil von etwa 29 Prozent an allen Tumoren war Brustkrebs im Jahr 2018 laut Statistik Austria die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Die Experten sprachen sich dafür aus, dass künftig alle Frauen ab 40 eingeladen werden sollten. Für die 40- bis 55-Jährigen votieren sie für eine Senkung des Intervalls auf ein Jahr, ebenso für Frauen mit besonders dichtem Brustgewebe. Dieses mache Veränderungen schwerer feststellbar und betreffe 30 bis 35 Prozent der weiblichen Bevölkerung. Wichtig wäre, dass Radiologen auf die Patientin abgestimmte Empfehlungen aussprechen können. Um die Teilnahme zu verbessern, sollten Gynäkologen und Allgemeinmedizinerinnen stärker eingebunden werden, im Sinne zweier "gleichberechtigter Arme" - eingeladene und zugewiesene Mammographien. Außerdem brauche es "Role Models" für migrantische Communitys.

Coronakrise ließ Vorsorgeuntersuchungen sinken

Am Beginn der Coronakrise gingen die BKFP-Zahlen übrigens dramatisch zurück: um minus 56 Prozent im März und minus 86 Prozent im April 2020 in der Kernzielgruppe der 45- bis 69-Jährigen. Der nächste Lockdown im Herbst hatte auf die Teilnahme keine Auswirkungen mehr, es wurde aber auch nicht alles aufgeholt: 2020 war ein Rückgang von rund 41.000 Teilnehmerinnen zu verzeichnen (12,75 Prozent). Auch heuer sei man noch nicht auf dem Vor-Corona-Niveau von 2019, so Resch. Diese Fehler des ersten Lockdowns müsse man künftig vermeiden, forderte Wicke. "Zum Weltbrustkrebstag am 1. Oktober möchte ich die Frauen daran erinnern, auch in Pandemiezeiten die eigene Gesundheit in den Fokus zu rücken", sagte Brigitte Ettl, Präsidentin der Plattform Patientensicherheit.

Mehrsprachige Info

Initiative "Meine Brust. Ich schau drauf" mit der Webseite meine-brust.at, auch auf Bosnisch, Kroatisch, Serbisch und Türkisch

 

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